Aachener setzen sich bei Turnier für Geflüchtete und Obdachlose ein

Der Lokalpokal geht in die nächste Runde : Wenn Kellner für die gute Sache kicken

Fußball spielen, Freunde treffen, Spaß haben, und das alles für einen guten Zweck: Darum geht es beim Aachener Lokalpokal, der am Wochenende zum mittlerweile vierten Mal stattfindet.

Wenn am Samstag Kellner, Stammgäste und Freunde verschiedener Aachener Kneipen an der Neuköllner Straße aufeinander treffen, dann spielen sie um den Aachener Lokalpokal, dann spielen sie Fußball für die gute Sache. Denn mit dem Erlös der Veranstaltung, die es in dieser Form bereits zum vierten Mal gibt, werden das Café Plattform und eine Lehrerin in Syrien unterstützt.

„Ich habe vor ein paar Jahren den alten Öcher Kneipencup übernommen, erzählt Aike Jeutes, der als Kellner im Café Kittel arbeitet. Schnell sei der Kontakt zu Jamal Sobeh entstanden, der bereits ein paar Jahre lang ein Fußballturnier für Flüchtlingskinder organisiert hatte. Ebenso schnell kam der Impuls auf, mit einem Benefiz-Fußballturnier auch das Café Plattform zu unterstützen, das sich für wohnungslose Menschen in Aachen einsetzt.

„Wir haben uns sozusagen mit zwei Projekten in ein Boot gesetzt“, erklärt Sobeh, der als Psychologe im Bethlehem-Krankenhaus in Stolberg arbeitet und sich intensiv für geflüchtete Menschen aus Syrien engagiert. „Ich habe mir selbst ein Bild von der Lage in den Flüchtlingscamps an der Grenze gemacht und weiß auch, wie es in den Flüchtlingslagern in Jordanien aussieht“, sagt Sobeh, der sich Sorgen darüber macht, dass das Interesse am Schicksal der Geflüchteten im Westen deutlich abgenommen habe und die Menschen vor Ort sich allein gelassen fühlen. Um einen Kontrapunkt zu setzen, wurden mit Spendengeldern der Aachener Turniere zum Beispiel Bungalows für Familien in Flüchtlingscamps gekauft. „Mit unserem kleinen Beitrag können wir den Menschen zumindest das Gefühl geben, dass sie nicht alleine sind, dass jemand an sie denkt“, sagt Sobeh.

In diesem Jahr hat er sich als Empfängerin der Spendengelder – neben dem Café Plattform – eine Lehrerin ausgeguckt, die in Syrien arbeitet, nahe der türkischen Grenze. „Diese Frau kümmert sich vor Ort rührend um die Kinder, gibt ihnen beispielsweise Englischunterricht“, sagt Sobeh. Mit ein bisschen Geld aus Aachen könnte sie mindestens einen Monat lang ihren Unterricht bestreiten, ist er sich sicher.

Anmeldung per E-Mail

Vor diesem sehr ernsten Hintergrund geht es beim Turnier am Samstag aber vor allem um den Spaß an der Sache: „Wir haben bislang acht Mannschaften, die gegeneinander antreten“, sagt Aike Jeute. Gespielt wird in Teams von sechs Leuten, neben den Aachener Kneipenmannschaften gibt es auch Teams, die sich aus Geflüchteten zusammensetzen. Pro Mannschaft muss stets eine Frau auf dem Platz sein. Das Turnier beginnt um 10 Uhr. Wer noch mitmachen möchte, kann sich jederzeit bei Jamal Sobeh per E-Mail unter sobehjamal@gmail.com melden. Die Teilnahmegebühr beträgt 40 Euro pro Mannschaft. Großen Leistungsdruck bringe übrigens keine der Mannschaften in das Turnier ein, sagt Sobeh lachend, „es geht uns wirklich um den Spaß, nicht ums Gewinnen!“

Ermöglicht wird das Turnier auch durch die Kooperation mit einem Aachener Verein. „Wir sind sehr froh darüber, dass wir bei unserer Aktion vom DJK FV Haaren so toll unterstützt werden. Die freuen sich richtig auf uns“, betont Jeutes. Der Verein stelle den Platz an der Neuköllner Straße und auch die Infrastruktur sehr unbürokratisch und unkompliziert zur Verfügung.

Auch Aachener, die nicht am Turnier teilnehmen, sind am Samstag herzlich an die Neuköllner Straße eingeladen. Denn auch wer nicht mitspielt, kann etwas Gutes tun, indem er Hunger und Durst mitbringt. Denn auch der Erlös aus Essens- und Getränkeverkauf geht direkt an die Spendenempfänger.