Aachen: Aachener Rennteam FEV Racing will beim nächsten VLN-Lauf wieder angreifen

Aachen : Aachener Rennteam FEV Racing will beim nächsten VLN-Lauf wieder angreifen

Als um 9.30 Uhr die Nachricht über den News-Ticker lief, war es am Leitstand des Aachener Rennteams FEV Racing bereits bekannt. Der Seat Cupra TCR mit der Startnummer 176 hatte im Bereich Hatzenbach einen Unfall und konnte das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring nicht fortsetzen.

Dabei hatte die Woche vor dem 24-Stunden-Rennen für das Team sehr positiv begonnen. Gut vorbereitet und hoch motiviert reiste das Team im neuen Racing-Team Transporter zum Ring. FEV Racing erhielt eine Einladung zum Adenauer Racing Day und hatte damit bereits am Mittwoch die Möglichkeit, sich, die Fahrer und den Wagen dem Publikum in Adenau im Rahmen dieses Showevents vorzustellen. Gleich hinter dem Exoten der Scuderia Glickenhaus reihte sich die Startnummer 176 aus Aachen in den Korso der Rennwagen ein und zog viele begeisterte Blicke auf sich.

Ab Donnerstag rückte dann das Sportliche in den Fokus. Sowohl das freie Training als auch die beiden Durchgänge im Qualifying waren geprägt von vielen Unfällen, so dass am Ende keine einzige freie Runde gefahren werden konnte, um den Speed in Rundenzeit umzumünzen. Letztendlich resultierten die Versuche trotz Gelbphasen in einer umso beachtlicheren Zeit von 9:17.764, die Platz 4 in der Klasse und damit eine gute Ausgangsposition am Start bedeuteten.

Am Samstag dann ging es los: pünktlich um 15.30 Uhr wurde das Rennen gestartet und Benedikt Gentgen fuhr vom Start weg konzentriert den ersten Stint, wie im Motorsport ein Rennabschnitt zwischen zwei Boxenstopps genannt wird, für FEV Racing. Ein leichter Kontakt zum Vordermann in der Anfangsphase des Rennens entfaltete seine schwerwiegenden Folgen erst Stunden später, löste einen technischen Defekt am Kühlsystem aus, der letztlich in einem Motorschaden resultierte. Der Seat Leon Cupra TCR strandete am Anfang der Döttinger Höhe und war vorerst aus dem Rennen.

Jetzt schlug die Stunde der Boxencrew. Mit großem Teamgeist und Improvisationstalent konnte der Wagen zurück in die Box befördert werden, wo sofort mit der Reparatur des Schadens begonnen wurde. Hand in Hand gelang es, den Motor in einer sensationellen Zeit zu wechseln, immer mit dem großen Ziel vor Augen: die schwarz weiß karierte Flagge am Sonntagnachmittag zu sehen.

Hervorragende Rundenzeiten

Mit neuem Aggregat ging es zurück auf den Kurs. Auf mittlerweile nasser Strecke zeigten die Piloten eine konzentrierte Leistung und fuhren in der Nacht hervorragende Rundenzeiten. Aber der Wettergott zeigte, warum das Rennen auf dem Nürburgring so gefürchtet ist. Nach der Regenperiode trocknete die Strecke ab. Das Team entschied sich, den Wagen auf Trockenreifen wieder auf die Strecke zu schicken, um noch einmal anzugreifen. Doch der Mut wurde nicht belohnt und die lange Reise endete nach mehr als 17 Stunden am Sonntagmorgen um 9.23 Uhr mit einem Unfall im Bereich Hatzenbach.

Aber die Mühen der Nacht und das gemeinsame Erlebnis am Ring werden dem Team, den Unterstützern und den Fans noch lange in Erinnerung bleiben. Spätestens jetzt war klar, dass das Team auch 2019 zum Ring zurückkehren wird, um einen neuen Anlauf für das große Ziel Podiumsplatz zu unternehmen.

Die Wetterkapriolen entschieden auch den Kampf um die Gesamtwertung. Das aufgrund von Nebel zwischenzeitlich unterbrochene Rennen wurde gegen 14 Uhr fortgesetzt. Nach dem Neustart übernahm Fred Makowiecki im Porsche GT3 mit der Startnummer 912 die Führung und gab sie bis zum Ende nicht mehr ab. Team Manthey verwies zwei AMG GT auf die Plätze 2 und 3 gewann somit zum sechsten Mal dieses außergewöhnliche Motorsport-Ereignis. Mehr als 210.000 Zuschauer trotzen dem Wetter und verfolgten die diesjährige Ausgabe des Rennens an der Strecke. So war das 24-Stunden-Rennen auch dieses Jahr eine tolle Gelegenheit, Motorsport hautnah und intensiv mitzuerleben.

Am 23. Juni wird FEV Racing zum Nürburgring zurückkehren, um im nächsten und dritten Lauf der VLN Langstreckenmeisterschaft zu zeigen, was das Rennsportteam aus Aachen zu leisten imstande ist.

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