Aachener rennen um die Wette

Benefizlauf im Waldstadion : Laufend ein Zeichen setzen für die Gemeinschaft

Das war Teilnehmerrekord bei bestem Wetter: Am Sonntag fiel der Startschuss zum 19. Benefizlauf im Aachener Waldstadion

Zum bereits 19. Mal sind am Sonntag viele Laufbegeisterte im Aachener Waldstadion zusammengekommen, um für einen guten Zweck zu laufen. Und zwar mehr als jemals zuvor: Mit über 1400 Läuferinnen und Läufern, große wie kleine, ist in diesem Jahr beim Benefizlauf der Teilnehmerrekord aufgestellt worden. Die Organisatoren können sich somit über eine weiter gestiegene Resonanz des Laufs bei den Aachenern freuen.

Ein Grund für die Beliebtheit der Veranstaltung ist nicht nur, dass man mit einer Teilnahme Hilfe leistet für andere. Für viele ist der Lauf auch die Möglichkeit, „es sich selbst zu beweisen“. In diesem Sinne motiviert Veranstalter Manfred Xhonneux vom Runner Shop die Kinder der ersten Läufe. Er ruft der gut gelaunten Meute zu: „Ihr alle seid jetzt schon Sieger, da ihr hier dran teilnehmt. Also habt Spaß am Laufen!“ Bei solchen Worten wundert es nicht, dass sich über 260 Kleinkinder und Schüler an der Laufbahn treffen um für sich und für Menschen in Not zu laufen.

Getreu der 19-jährigen Tradition treu begann die Veranstaltung mit dem 400 Meter Bambini-Lauf, gefolgt vom Schülerlauf. Anton Schubnell, Eliah Auerbach und Bogdana Atachmim schafften es in dieser Reihenfolge als Erste ins Ziel. Die schnellsten Schüler beim 800-Meter-Lauf waren Matthias Dellen, Philip Sabatschus und Felix Jansen.

Auf Initiative des Vereins für Körper- und Mehrfachbehinderte (VKM) wurde vor fünf Jahren erstmals das Rolli-Rennen als Teil des Benefizlaufs ins Leben gerufen. Xhonneux war es damals wichtig, auch Menschen mit Behinderung die Möglichkeit zu geben, am großen Gemeinschaftserlebnis aktiv teilzunehmen. Die Begeisterung für dieses Rennen wächst seitdem von Jahr zu Jahr, und mit 16 Teilnehmern kann auch hier ein neuer Rekord gezählt werden. „Es geht um den gemeinsamen Spaß“ erklärt Daniela Jahn vom VKM. Und so war es schön zu sehen, dass die Cheerleader des TV Richterich die letzten Meter des Rolli-Rennens mit Freude zur Unterstützung mitliefen. Nach zwei Runden durchs Stadion waren die drei Schüler der Viktor-Frankl-Schule Murat Sahir, Jenny Plum und Timo Hilz die Ersten auf der Zielgeraden.

Auch beim Teamlauf appellierte der Veranstalter an die 70 Teams, gemeinsam durch das Ziel zu laufen: „Denkt dran: Bei uns steht der Teamgedanke im Vordergrund! Wir nehmen aufeinander Rücksicht, alles andere wäre ein schlichter Wettbewerb“, schallte es durch das Stadion.

Trotz praller Mittagssonne und knappen 30 Grad standen um 12 Uhr die Teilnehmer für den fünf Kilometer langen Jedermannlauf in den Startlöchern. Kurz vorher wärmten sich alle mit dem Überraschungsgast Daniel Aminati, deutscher Fernsehmoderator, auf. Der gebürtige Aachener ist begeistert von der Veranstaltung und vom Engagement jedes Teilnehmers: „Sich gegenseitig unter die Arme greifen, das macht eine Gemeinschaft aus“, betont Aminati.

Sein Fazit zur der Veranstaltung lautet: „Hier wird klar: Geben ist das neue Nehmen.“ Mit rund 400 weiteren Sportsfreunden lief auch er die fünf Kilometer mit. Eine Stunde später starteten dann auch die Läufer des Zehn-Kilometer-Volkslaufs und die Nordic- Walking Gruppe.

Die Stimmung war ausgelassen, und für jeden gab es zur Stärkung sportlergerechte Nahrung: neben einem Stand für Wasser, Obst und Brot gab es sogar einen Grillstand. „Es soll jedes Jahr auch ein Fest für Freunde und Familie sein“, betonte Xhonneux.

Wie immer geht der komplette Erlös des Benefizlaufs an karitative Einrichtungen. In diesem Jahr wird mit dem Geld der Verein für Körper -und Mehrfachbehinderte Aachen, die Hospizstiftung Region Aachen, Running for Kids und ALS (Alle Lieben Schmidt) unterstützt.

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