Aachen: Aachener NGG fordert 8,50 Euro Mindestlohn

Aachen: Aachener NGG fordert 8,50 Euro Mindestlohn

Das Jahr 2009 war aus Sicht der NGG-Region Aachen positiv, so war auf der Delegiertenkonferenz zu hören. Die Mitgliederzahlen blieben mit 4335 konstant. In den Tarifverhandlungen konnten im Schnitt 2,4 Prozent über alle NGG-Branchen an Lohnerhöhung für die Beschäftigen erreicht werden.

Vor allem im Aachener Bäckerhandwerk und im Hotel- und Gaststättengewerbe sowie in der Systemgastronomie beklagen Mitglieder, dass sie völlig ausgebrannt sind und nicht mehr wissen, wie sie mit dem zunehmenden Druck am Arbeitsplatz umgehen sollen. „Hier kann vor allem die Wahl von Betriebsräten gegensteuern und den Beschäftigten zu ihrem Recht verhelfen”, glaubt Peter Mogga, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten.

Der Konzentrationsprozess in der Nahrungsmittelindustrie gehe weiter. Es gehe um Reallöhne und auch um Arbeitsplatzsicherung, betriebliche Sozialleistungen, gesetzlichen Mindestlohn und um die Auseinandersetzung mit der Arbeits- und Sozialpolitik der neuen Bundesregierung. „Wir kritisieren den Umgang mit den Empfängern von Arbeitslosengeld I und II, den sogenannten Hartz-I-Empfängern”, sagte Mogga. Arbeitslose Menschen würden als „nichtsnutzige Abzocker” abgestempelt, „während Steuerbetrug immer noch nicht ausreichend unterbunden wird”.

Die Missbrauchsquote von Hartz IV liege bundesweit bei 1,2 Prozent. Das entspräche 72 Millionen Euro. Der Steuerbetrug betrage aber bundesweit 100 Milliarden Euro plus geschätzten 400 Milliarde Euro in ausländischen Depots. „Wer garantiert in diesem Land eigentlich die soziale Gerechtigkeit? Neoliberale Politik auf jeden Fall nicht”, zog Ralf Wölk, der Regionsvorsitzende DGB-Region NRW-Südwest, ein Fazit. Durch Hartz-IV-Bezug gerieten immer mehr Menschen in wirtschaftliche Not.

Der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde wäre da ein Anfang. „Auf der DGB-Bundeskonferenz im Mai 2010 wird diese Mindestlohnhöhe beschlossen”, sagt Michaela Rosenberger, stellvertretende NGG-Vorsitzende. Jeder fünfte Arbeitsplatz befinde sich im Niedriglohnsektor. Die meisten Arbeitsplätze der letzten Jahre seien im Niedriglohnsektor entstanden.

Großen Beifall erhielt die älteste Seniorengruppe der NGG Deutschlands. Es gibt sie seit über Deshalb wurde als langjähriges Mitglied des Seniorenvorstandes, Juliane Muckel, geehrt. Ihr wurde die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

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