Aachener Linke unterstützt Gelbwesten-Bewegung in Frankreich

Aachener Solidarität mit französischen „Gelbwesten“ : „Es geht uns um die sozialen Forderungen“

Rund 50 Personen haben sich am Samstagnachmittag vor dem Aachener Theater zu einer Kundgebung zusammengefunden. Die Aachener Linke hatte dazu aufgerufen, sich mit der Gelbwesten-Bewegung in Frankreich solidarisch zu zeigen.

Gegen die immer größer werdende Schere zwischen Arm und Reich, gegen ungerechte Besteuerung der Bevölkerung: In den Augen des Linken-Bundestagsabgeordneten Andrej Hunko aus Aachen sind die „Gilets jaunes“ in Frankreich, die Gelbwesten, eine unterstützenswerte Bewegung. Am Samstagnachmittag hatte er darum zu einer Kundgebung vor dem Aachener Theater aufgerufen. Rund 50 Leute waren der Einladung gefolgt. Die Veranstaltung verlief friedlich.

Warum eine Kundgebung für französische Gelbwesten in Aachen? „Wir hatten tatsächlich kurz überlegt, nach Frankreich zu fahren, aber das ist natürlich ein großer Aufwand“, sagt Hunko, der die politische Lage in Frankreich in den vergangenen Wochen sehr genau beobachtet hat. Er sagt: „Emmanuel Macron ist innenpolitisch in der Kritik, die Gelbwestenbewegung hat in großen Teilen Frankreichs eine hohe Zustimmung.“

Hunko sieht durchaus auch die Gefahr, dass diese heterogene Gruppe auch von Leuten unterwandert werden könne, die entweder nur Krawall machen wollen oder extremistisches Gedankengut transportieren wollen: Er spricht die „chasseurs“ an, die die Krawalle in Paris zu verantworten haben. Im Kern, ist Hunko überzeugt, überwiegen bei den Gelbwesten aber die sozialen Forderungen nach mehr Gerechtigkeit.

In der Bewegung sieht er eine Tendenz, die international zu beobachten sei: „Wir haben weltweit eine Repräsentationskrise“, sagt Hunko und meint damit die repräsentative, parlamentarische Politik. In vielen Ländern gingen Leute auf die Straße, zum Teil aus völlig unterschiedlichen Gründen. „Und die Aufgabe der Politik ist es jetzt, sich zu überlegen, wie wir damit umgehen.“ Den „erhobenen Zeigefinger“ hält er für den falschen Weg, setzt stattdessen auf Dialog. „Es ist ja kein Wunder, dass Macron auf Teile der Forderungen der Gelbwesten eingegangen ist“, sagt Hunko.

Die Veranstaltung in Aachen, resümiert Hunko, sei „okay“ gewesen. „Da ist jetzt nicht gerade der Funke übergesprungen, doch die Leute waren interessiert und offen für Diskussionen.“

(slg)
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