Aachener Kooperationen und Entwicklungen

Neue Broschüre „Jugendhilfe und Schule“ : Zukunft der Jugend gemeinsam gestalten

Ganztagsschulen, Hausaufgabenbetreuung, Schulsozialarbeit. Vielen Eltern und Kindern sind diese Begriffe längst bekannt. Seit einigen Jahren geht die Tendenz zu Ganztagsschulen und Nachmittagsunterricht. Auch Hausaufgabenbetreuung wird an vielen Schulen nach dem Unterricht gewährleistet. Gibt es mal Stress unter den Schülern oder in ihrem privaten Umfeld, sind Schulsozialarbeiter nicht weit. All das war vor 15 Jahren noch nicht denkbar. Doch seit 2006 hat sich viel verändert, vor allem durch die Zusammenarbeit der Fachbereiche Jugendhilfe und Schule.

„Auf den ersten Blick haben Jugendhilfe und Schule nicht so viel miteinander zu tun“, so steht es in der neuen Broschüre zur Kooperation von Jugendhilfe und Schule. Doch sieht man genauer hin, lassen sich Berührungspunkte erkennen. Die Kinder kommen mittlerweile schon sehr früh in Kindertagesstätten. Dann geht es weiter in die Grundschule und von da aus auf die weiterführende Schule. Und dazwischen? „Nach dem Unterricht gehen die Kinder oft in die Hausaufgabenbetreuung, oder zu Jugendtreffpunkten wie der Offenen Tür“, erzählt Schul- und Jugenddezernentin Susanne Schwier. Hier können die Kinder ebenfalls Hausaufgaben machen oder einfach nur mit ihren Freunden „abhängen“. Die als Beispiel genannte OT ist ein Ganztagsangebot der Jugendhilfe. „In der heutigen Zeit sind Schulen und Jugendeinrichtungen zu Lebensorten der Kinder geworden“, erklärt Schwier.

Schon viel erreicht

Die zwei Bereiche gehen mittlerweile ineinander über. So kam es auch zur Kooperation von Jugendhilfe und Schulen. Passend dazu wurde die neue Broschüre vorgestellt. Sie zeigt auf, was die Kooperation, die seit 2006 besteht, bis jetzt erreicht hat

Außerdem wird ein Blick in die Zukunft geworfen. Die Leitsätze der Broschüre „Jugendhilfe und Schule – Zukunft gemeinsam gestalten“ bestehen aus der bestmöglichen Unterstützung von Kindern und ihren Familien im Bereich Erziehung, Bildung und Betreuung. Jedes Kind soll die Möglichkeit haben, sein Potenzial auszuschöpfen. Dafür soll es individuelle frühe Förderungen für die Kinder geben.

Die Zielsetzung der Broschüre liegt in der Beschreibung der aktuellen Angebote, in der Schnittstelle Kinder- und Jugendhilfe und den Schulen. In der Broschüre wird die bisherige Zusammenarbeit reflektiert und es wird die Frage gestellt, ob die Zusammenarbeit seit Beginn verbessert werden konnte. Außerdem gibt die Broschüre einen Ausblick auf die Frage wie gute Kooperation gelingen kann und welche zukunftsweisenden Handlungsfelder sich daraus ergeben. Besonders wichtig war – damals wie heute – die Wertschätzung der unterschiedlichen Kompetenzen der Akteure aus Kinder- und Jugendhilfe und Schule. Heinrich Brötz, Leiter des Fachbereiches, Jugend und Schule der Stadt Aachen, betont: „Kooperation gelingt vor allem durch den Einsatz multiprofessioneller Teams.“

Verschiedene Logiken

Da die Jugendhilfe und die Schulen verschiedene Logiken haben, war es nicht leicht die zwei Bereiche zusammen zu legen. Noch dazu ist Aachen mit diesem Plan seiner Zeit voraus. Die Broschüre soll nicht als Leitfaden dienen, sondern als Orientierung für Schulen, Politik und Fachpublikum. Sie zeigt auf, was bis jetzt möglich gemacht wurde und was noch möglich ist.

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