Aachener Jugendliche zeigen Kreativität

Pläne im Workshop entwickelt : Schöne Perspektiven für die Schanz

„Wir sind total begeistert. Ihr habt megaschöne Entwürfe präsentiert.“ Nach einen dreitägigen Workshop mit zwölf Jugendlichen aus Aachen und der Städteregion zeigten sich Markus Ulrich und Joachim Schmidt, Architekturbüro archigraphus, beeindruckt. Die Schülerinnen und Schüler haben Silhouetten entworfen, die später ganz wesentlich zur Verschönerung der Unterführung Schanz beitragen sollen.

Im Auftrag der Stadt Aachen und gemeinsam mit der Stawag entwickelt archigraphus derzeit ein Lichtkonzept, das die triste Unterführung in ganz neuem Licht erstrahlen lassen soll. Das Projekt Schanz sei dabei eigentlich nur durch Zufall entstanden, sagt Stefanie Weitenberg, Abteilung Stadterneuerung und Stadtgestaltung der Stadt Aachen.

Nach Stabilisierungsarbeiten am Brückenbau blieben große runde Löcher an den Widerlagern zurück, die nun mit Einverständnis der Bahn für ein ausgeklügeltes Lichtkonzept genutzt werden dürfen. „Wir haben zehn goldene Bleche mit Löchern gelasert, mit denen wir die Hohlräume abdecken werden“, erklärt Ulrich den Beginn der Planungen. Von innen heraus werden diese Hohlräume dann beleuchtet. Und da die Bleche nachts nahezu durchscheinend wirken, entstand die Idee, dahinter gleichsam als Eyecatcher dunkle Silhouetten anzubringen.

In besagten Workshop tüftelten die Jugendlichen nun an den entsprechenden Vorlagen. Entstanden ist dabei nach zahlreichen Versuchen eine Vielzahl an Motiven, die es nach Meinung der Workshop-Leiter alle wert wären, hinter den goldenen Blechen präsentiert zu werden. Der elfjährige Niklas hat eine Weltkugel entworfen, und im Zentrum soll der Aachener Dom stehen. „Das muss dann noch entsprechend ‚gephotoshopt‘ werden“, erklärt er seinen Entwurf ganz fachmännisch. Bevor die Schüler sich aber an die Arbeit machten, sahen sie sich die Unterführung Schanz erst einmal vor Ort an und lernten so auch das Viertel kennen.

Beeindruckt hat sie dabei vor allem, dass der Westpark Ende des 19. Jahrhunderts einmal ein Zoo war. „Das wusste ich nicht“, sagt Niklas. „Dabei wohne ich am Westpark“, erzählt er weiter. Die Auseinandersetzung mit dem Viertel rund um die Schanz und mit der Stadt Aachen war laut Barbara Jacobs, Museumsdienst der Stadt Aachen, ein wesentlicher Teil des Workshops und hat den Schülern nach eigenen Worten sehr gut gefallen. Die Brücke im Westpark, die ehemals zum Affenfelsen führte, hat es so auch unter die Entwürfe geschafft. Ebenso wie ein auf die grundlegenden Straßen reduzierter Stadtplan, Karl mit erhobenem Klenkes, der Elisenbrunnen, die Kreuzigungsgruppe bei der Jakobskirche, das Drei-Fenster-Haus oder der Hammer des wehrhaften Schmieds.

Immer wieder mussten die jungen Künstler ihre Entwürfe den schwierigen Bedingungen anpassen. „Denn es funktionierte bei weitem nicht alles“, meint Joachim Schmidt. Die Entwürfe kamen regelmäßig hinter dem goldenen Blech auf den Prüfstand und wurden entsprechend angepasst, damit sie die bestmögliche Wirkung erzielen. Und mit dem Ergebnis sind nun alle überaus zufrieden. Möglich wurde das Projekt laut Stefanie Weitenberg erst Dank einer Landesförderung, mit der 80 Prozent der Kosten gedeckt werden können. Und die Verschönerung der Unterführung Schanz sei Teil der Premiumwege, die es dem Fußgänger besonders angenehm machen sollen, an die grünen Orte der Stadt zu kommen, führt sie weiter aus.

Die Unterführung Schanz jedenfalls soll jetzt nicht zuletzt dank der Entwürfe aus dem Workshop ein echter Lichterzauber werden. Ein bisschen werden die Arbeiten aber noch andauern. Denn nun geht es laut archigraphus daran, die Entwürfe vor Ort entsprechend umzusetzen. Im Dezember könnte alles fertig sein, kalkulieren die Architekten. Und dann wird es unter anderem so etwas wie zehn goldene Lichtvitrinen geben, in denen nachts die Entwürfe der Jugendlichen zu erkennen sind. Und falls es klappt, werden auch ihre Namen dort zu lesen sein.

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