Aachener Initiative "Luisenhöfe" übergibt Eingaben mit 480 Unterschriften

Wohnquartier „Luisenhöfe“ : Anwohner kämpfen für ein lebenswertes Viertel

Am Freitag war die Deadline für die Abgabe von Bürgereingaben, die für das neue Wohnquartier „Luisenhöfe“ im Karree zwischen Boxgraben, Südstraße und Mariabrunnstraße gesammelt wurden. Den Termin wollte die Bürgerinitiative Luisenhöfe erwartungsgemäß nicht ungenutzt verstreichen lassen.

Viele Anwohner haben sich in der Initiative zusammengefunden, die das ruhige innerstädtische Quartier auch ruhig und lebenswert halten wollen. So wehren sie sich gegen eine zu dichte und zu enge Bebauung des 15.000 Quadratmeter großen Areals durch die Investoren Landmarken AG und Aixact.

Am Freitagmorgen überreichten BI-Sprecher Heike Schütz und Hans Poth Eingaben und Listen mit rund 480 Unterschriften. Mit von der Partie waren die Vertreter der Initiative „Recht auf Stadt“ Julien Voit und Jakob Becker, die sich gleichermaßen stadtweit für eine lebenswerte und soziale Stadtgemeinschaft einsetzen.

„Wir haben hier die Ergebnisse und Eingaben im Rahmen der sogenannten frühzeitigen Bürgerbeteiligung zum Bebauungsplan“, erklärte Poth, der als ehemaliger städtischer Presseamtschef die oftmals verschlungenen Verwaltungswege gut kennt. Ein dickes Schriftpaket wurde dem Fachbereich Bauleitplanung übergeben, das nach dem Willen der Bürger nun in der weiteren Beratung des Bebauungsplanes berücksichtigt werden soll.

„Wir wollen das Viertel hier auf einem hohen Niveau entwickeln“, sagte Poth und regte an, in weiteren sogenannten Werkstattgesprächen die Anwohner permanent an der Entwicklung des Bebauungsplans zu beteiligen. Für Poth und Heike Schütz geht es insbesondere darum, die noch vorhandenen Schönheiten in dem Innenkarree zwischen Südstraße, Boxgraben und Mariabrunnstraße zu erhalten.

Insbesondere die Gebäude der ehemaligen Kaldefabrik sollten auf keinen Fall abgerissen werden, sondern als Baukörper etwa für Kleingewerbe oder sonstige kleinere Geschäftsräume genutzt werden. Erhalten will die Initiative auch den verwilderten „Boxpark“ – und zwar so, wie er ist. So hatte es erst im März einen Aufschrei gegeben (wir berichteten), als städtische Gärtner Bäume beschnitten und eine Magnolie entfernten. Der Park dürfe auf keinen Fall verkauft werden, sondern müsse als öffentliche Stadtoase bestehen bleiben, lautet die Forderung.

Heike Schütz meint, dass es keine weiteren Bausünden geben dürfe wie das Parkhaus des Luisenhospitals an der Mariabrunnstraße, das wie ein schwerer Fremdkörper in das Gebiet hineinragt. Das Parkhaus dürfe auf keinen Fall erweitert werden.

Man wolle das Gebiet nicht höher als „drei oder viergeschossig“ bebauen lassen, erklärten die Vertreter der BI. Das stehe allerdings im Gegensatz zu den Absichten der Investoren, eine möglichst hohe Dichte an Wohnraum in dem Innenbereich zu schaffen. Bis zu 200 neue Wohnungen sollen dort entstehen. „Vor allem wollen wir, dass die jetzt aktuelle städtische Norm von 40 Prozent öffentlich gefördertem Wohnraum verwirklicht wird“, mahnte Poth. Denn angesichts des vielfach überteuerten Wohnraums müssten nicht neue teure, sondern „bezahlbare“ Wohnungen errichtet werden.

Als letzten Punkt fordern die Anwohner einen autofreien Innenblockbereich, da die innerstädtische Lage der Luisenhöfe „verkehrstechnisch so gut“ sei, dass man dort keine Autos brauche. Die Planung sieht allerdings bereits ausreichende Stellflächen in Tiefgaragen vor.

Dass es dort im Innenbereich hinter der Südstraße keine Autos geben solle, meinten ebenfalls Becker und Voit von der Initiative „Recht auf Stadt“. Der Wohnungsbau dort müsse „nachhaltig“ und „sozialverträglich“ gestaltet werden. Die städtischen Gremien wie etwa der Planungsausschuss werden sich ab September mit den Ergebnissen der Offenlage des Bebauungsplans beschäftigen.

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