Aachener Inda-Gymnasium fliegt zur Robotik-WM nach Uruguay

Erfolgreiche Tüftler : Mini-Roboter steuert die WM an

Legosteine haben in den meisten Schulen nichts zu suchen. Im Inda-Gymnasium ist das anders: Dort widmet man den Plastikteilchen sogar einen eigenen Raum – den „Legokeller“.

In ihm tüfteln, bauen und programmieren Schüler und Schülerinnen in jeder freien Minute an selbstgebauten Lego-Robotern. Und das sehr erfolgreich: Am Montag fliegt eine elfköpfige Gruppe nach Uruguay, um sich bei der Weltmeisterschaft des Robotikwettbewerbs „First Lego League“ mit über 70 Teams aus zig Nationen zu messen.

„Mit Lego hat das hier wenig zu tun“, erklärt Lehrer Daniel Marburger. Seit 15 Jahren gebe es die Robotik AG, in der sich Jungen wie Mädchen intensiv mit Technik beschäftigen. „Anfangs hätte ich mir nicht vorstellen können, dass sich Schüler so stark für ,trockene Programmieraufgaben‘ motivieren“, meint der Mathe-, Physik- und Techniklehrer. Inzwischen seien die jungen Ingenieure so weit, dass er selbst oft ratlos danebenstehe.

Bereits im vergangenen Jahr schafften es Inda-Schüler bis zur Weltmeisterschaft, damals in Ungarn. Diesmal findet die Finalrunde des Wettbewerbs an Christi Himmelfahrt in Montevideo statt. 18.000 Euro sammelten Schüler und Lehrer gemeinsam, um überhaupt die lange Reise absolvieren zu können – sei es durch Spenden, einen Förderverein oder Sponsoren wie dem IT-Unternehmen Inform.

Bis zur WM-Teilnahme war es ein langer Weg: Erst mussten die Schüler die Regional- sowie Semifinalrunde gewinnen und dann auch noch die europäische Vorausscheidung im österreichischen Bregenz überstehen. Auch Schulleiter Arthur Bierganz zeigt sich „sehr froh über den tollen Erfolg“.

Bei dem Wettbewerb müssen Roboter auf einem Spielfeld bestimmte Aufgaben lösen. „Und die muss er autonom schaffen“, ergänzt der 16-jährige Matthias Reinecke. Der Lego-Roboter muss also vorab so programmiert werden, dass er in weniger als zweieinhalb Minuten selbstständig unter anderem einen kleinen Satelliten von A nach B befördert oder zwei Bälle in ein vorgegebenes Ziel katapultiert.

„Mittlerweile löst unser Roboter mehrere Aufgaben gleichzeitig“, erklärt der ebenfalls 16-jährige Torben Bühler. Jede Bewegung und jeder Millimeter müssen genauestens geplant werden. Steht der Tisch schief oder wackelt ein Reifen, kann der Versuch scheitern.

Jede Menge Arbeit, Wissen und vor allem Zeit sind daher gefragt, um den Roboter stetig weiterzuentwickeln. Wie oft sich die Schüler und Schülerinnen treffen? „Offiziell zweimal in der Woche“, antwortet Reinecke und grinst. In Wahrheit seien es täglich drei bis vier Stunden – in Pausen, Freistunden und auch nach Unterrichtsende.

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