Partnerschaft mit Perspektive: Aachener Gymnasiasten und Mediziner finden zusammen

Partnerschaft mit Perspektive : Aachener Gymnasiasten und Mediziner finden zusammen

Während des Abiturjahrs konkrete Vorstellungen über die berufliche Zukunft zu entwickeln, erscheint vielen Schülern als unlösbare Aufgabe. KURS nennt sich eine Initiative der Industrie- und Handelskammern, der Handwerkskammern und der Bezirksregierung Köln, die dieses Problem seit 20 Jahren in Angriff nimmt.

KURS steht hierbei für „Kooperation Unternehmen der Region und Schulen“ und verkörpert die Idee, Unternehmen mit benachbarten Schulen in Form von Lernpartnerschaften zusammenzubringen, so dass beide voneinander profitieren. Wie prädestiniert für eine solche Partnerschaft schienen in Aachen schon seit langer Zeit das Couven-Gymnasium und das Franziskushospital, die auf der Lütticher Straße für einen gegenseitigen Besuch nur kurz die Straßenseite wechseln müssen.

„Oft wissen Unternehmen und Schulen gar nichts voneinander. Erst durch KURS treten sie dann in direkten Kontakt“, erklärte Michael Arth von der IHK Aachen, warum es trotzdem bis Dezember 2018 dauerte, bis die Couven-Franziskus-Partnerschaft Fahrt aufnahm. „Es ist erstmal wichtig, dass der Kontakt entsteht. Dann sind viele Projekte möglich“, stimmte ihm Markus Corsten, Sportlehrer am Couven, zu.

Beide trafen sich jüngst bei der Ratifizierung der kürzlich aufgenommenen KURS-Partnerschaft, die im Fredy-Hirsch-Forum des Gymnasiums vorgenommen wurde. „Gesetzlich bindend ist die Vereinbarung nicht, aber sie zeigt den Willen, in Zukunft eng zusammenzuarbeiten“, kommentierte Felix Meisel, Koordinator der KURS-Partnerschaften in Aachen, den formalen Akt mit einem Augenzwinkern.

Wichtige Erfahrungsberichte

Teil der Ratifizierungsveranstaltung waren unter anderem Erfahrungsberichte von Schülern aus dem Sport-Leistungskurs, die Ende letzten Jahres das „Bewegungslabor“ des Franziskushospitals besucht hatten. Dort hatten sie Sportwissenschaftler João Batista dabei unterstützt, Bewegungsabläufe des Menschen mit Hilfe von Drucksensoren und Kameras zu messen und darauf basierend Bewegungsanalysen zu erstellen. „Die Begeisterung, die Herr Batista bei seiner Arbeit gezeigt hat, ist mir im Gedächtnis geblieben“, verriet Q2-Schülerin Kaya Wagner. Für Mitschüler Paul Fiedler zeigte der Tag im Bewegungslabor außerdem eine weitere Berufsmöglichkeit, die ihm das Sportstudium, das er ab Sommer beginnen möchte, bieten würde.

Neben dem Besuch im Bewegungslabor berichtete Schulleiter Michael Göbbels von einem Konzert der Bläserklasse des Gymnasiums im Franziskushospital, das den Patienten im Dezember etwas Ablenkung beschert hatte. Aktionen wie diese sollen in Zukunft zum Schulalltag gehören: Kunstausstellungen des Leistungskurses im Franziskus oder die Verschönerung der Mauern vor dem Krankenhaus sind erste Ideen. Außerdem sind Projektwochen und Berufsvorstellungen an Girls´- und Boys´-Day geplant, die den Schülern am Ende womöglich zeigen könnten, dass auch ihre berufliche Zukunft nur einen Straßenseitenwechsel entfernt liegt.

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