Aachen: Aachener Archive öffnen am Sonntag ihre Türen

Aachen : Aachener Archive öffnen am Sonntag ihre Türen

Wie arbeitet ein Archiv, und welche Schätze sind dort verborgen? Antworten auf diese und ähnliche Fragen bekommen interessierte Bürger beim Tag der Archive am Sonntag, 4. März, von 12 bis 17 Uhr. Im Stadtarchiv in der Nadelfabrik, Reichsweg 30, präsentieren sich dann insgesamt sieben Einrichtungen

Sie zeigen unter dem Titel „Bürgerrechte und Demokratie“ Aushänge, Plakate, Fotografien, Protokolle politischer Gremien und vieles mehr. Und das Belgische Staatsarchiv in Eupen präsentiert ein Rednerpult, das noch bis vor wenigen Jahren im Parlament der Deutschen Gemeinschaft Eupen in Gebrauch war.

Allein die Anzahl der in diesem Jahr teilnehmenden Archive ist beeindruckend. Mit von der Partie sind neben dem Stadtarchiv Aachen das Bischöfliche Diözesanarchiv Aachen, das Misereor-Archiv Aachen, das Hochschularchiv der RWTH Aachen, das Kulturarchiv Würselen, das Belgische Staatsarchiv Eupen und das Aachener Grashaus.

Auf einen Blick eröffnet sich dem Besucher also der Zugang zu ganz unterschiedlichen Welten. So erlaubt das Diözesanarchiv unter Leitung von Beate Sophie Fleck zum einen den Blick auf 50 Jahre Pfarrgemeinderatswahlen, zum anderen aber auch auf die Entwicklung der Kirche St. Paul, die das Diözesanarchiv in Zukunft beheimaten wird.

Misereor präsentiert 60-jährige Geschichte

Und Misereor nutzt die Gelegenheit, die nunmehr fast 60-jährige Geschichte der Bischöflichen Hilfsorganisation in den Mittelpunkt zu rücken. So wird beispielsweise der erste Film gezeigt, der zu Afrika entstanden ist. Laut Valentin Moser, Leiter des Misereor-Archivs, sollen auch den Fastenaktionen eine besondere Bedeutung zukommen. Er betont, dass Misereor sein Augenmerk vor allem auf eine langfristige Bekämpfung von Armut und Not in Afrika, Asien und Lateinamerika lege. Vorgestellt werden entsprechend die Anfänge des „Fairen Handels“ und Kampagnen zur Rechtsberatung und Weiterbildung im Genossenschaftsbereich.

„Wir haben zwar nur ein sehr kleines Archiv“, meinen Sarah Schmidtmann und Janine van den Eynden, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen des Hochschularchivs RWTH Aachen, „aber wir wollen trotzdem teilnehmen und die politische Meinungsbildung an der Hochschule beleuchten.“ Sie liefern unter anderem Flyer und Dokumentationen zum Schweigemarsch gegen das Wettrüsten im Jahr 1960 und zur sogenannten „Berlin-Frage“.

Das Grashaus am Fischmarkt wurde selbst jahrelang als Stadtarchiv genutzt. Heute liegt seine Bedeutung laut Andreas Düspohl, Leiter des Grashauses, vor allem in seiner Funktion als außerschulischer Lernort, der sich das Thema „Europa“ auf die Fahnen geschrieben hat. Hier können Schüler Workshops zu unterschiedlichen Themen besuchen. Außerdem beleuchten Experten unter dem Titel „Europa am Dienstag“ monatlich ein anderes Thema. Als erstes Rathaus der Stadt Aachen und ehemaliges Stadtarchiv wird also auch das Grashaus am Tag der Archive vertreten sein. Und das Kulturarchiv Würselen macht den Reigen mit Materialien zur Stadtgeschichte komplett.

Vergangenheit überprüfen

Laut René Rohrkamp, Leiter des Aachener Stadtarchivs, ist die Öffnung der Archive essenziell zur Wahrung der Demokratie. Denn hier könne Vergangenheit eingesehen und überprüft werden. Entsprechend habe auch jeder Bürger das verbriefte Recht, Archive einzusehen. „Dabei werden sie nicht allein gelassen“, sagt er weiter. Denn bei immerhin elf Kilometer Archivbestand des Stadtarchivs ist es sicher nicht leicht, sich zurechtzufinden. „Auch ich habe sicher noch nicht alle Archivalien in der Hand gehabt“, räumt Rohrkamp ein. Gerne helfen die Mitarbeiter des Archivs also demnach bei der Suche nach alten Fotos oder Dokumenten.

Am Tag der Archive am 4. März bekommen die Besucher zudem ab 12.15 Uhr bei vier Führungen die Gelegenheit, hinter die Kulissen des Stadtarchivs zu schauen.

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