„Aachener Aktionsbündnis gegen Atomenergie“ ruft zu Fotoaktion auf

„Licht aus – Protest an!“ : Auch die Tihange-Gegner werden wieder aktiv

Um aus dem internationalen Streiktag der Jugendbewegung „Fridays for Future“ am Freitag und den „Ende Gelände“-Protesten am Braunkohletagebau am Samstag einen „Dreiklang“ werden zu lassen, will auch das „Aachener Aktionsbündnis gegen Atomenergie“ am Wochenende aktiv werden.

In der Nacht von Freitag, 21. Juni, zu Samstag sind alle Aachener dazu aufgerufen, das Licht in der eigenen Wohnung zu löschen, dafür „Stop Tihange“-Plakate in ihre Fenster zu hängen und diese mit einer Lampe anzuleuchten. Anschließend bieten die Verantwortlichen an, ein Foto davon online hochzuladen.

„Licht aus – Protest an!“ ist die Aktion überschrieben, die sich die Verantwortlichen ziemlich genau zwei Jahre nach der Menschenkette zwischen dem belgischen Atomkraftwerk Tihange und Aachen überlegt haben.

Gut 40.000 Plakate haben Walter Schumacher, Benno Peters und ihre Mitstreiter schon unter die Aachener bringen können. „Die Vorfreude bei uns ist groß, wir sitzen hier nicht leidend rum“, bekräftigt Peters. Nachdem die erste Auflage schnell vergriffen war, reagierten die Verantwortlichen und druckten nach. Wer noch kein Plakat hat, kann sich dieses daher problemlos bis Freitag im Welthaus, An der Schanz 1, besorgen. Auch an diversen weiteren Stellen in der Stadt sind die Plakate erhältlich.

Dennoch weisen die Verantwortlichen darauf hin, dass es mit dem bloßen Verteilen und Aufhängen der gelben Poster nicht getan ist. „Das Ding wird nur ein Erfolg, wenn es die Leute auch fotografieren“, sagt Schumacher. Die Möglichkeit zum Hochladen der Bilder wird von Freitagabend an bis in die frühen Morgenstunden des Samstags bestehen. Eine entsprechende Website (protest.stop-tihange.org) hat Softwareentwickler Philipp Kamps eingerichtet. „Ihm ist da ein Wunderwerk gelungen“, meint Schumacher.

Die hochgeladenen Fotos sollen in Echtzeit online gehen. Angeben kann man auch seine Adresse, mithilfe derer das Foto dann auf einer interaktiven Aachen-Karte geographisch zugeordnet wird. Die Seite aktualisiert sich die gesamte Nacht über automatisch und soll auch nach der Aktion noch einige Wochen online bleiben.

In den sozialen Netzwerken dürfen die Bilder geteilt werden, hierfür haben sich die Verantwortlichen den Hashtag #LichtausProtestan überlegt. „Diese Aktion ist eine wunderbare Möglichkeit, Solidarität zu erfahren“, bekräftigt Peters. Die Erfahrung, nicht alleine im Protest zu sein, könne in die gesamte Sache „einen kleinen Schwung reinbringen“.

Tatsächlich war es um die „Stop Tihange“-Aktionsbündnisse zuletzt ruhiger geworden. Der Hambacher Forst und die Klimaproteste der Schüler bestimmten die Agenda. „Wir sind kleiner als die anderen“, gibt Schumacher zu. Vor zwei Jahren habe er noch bedeutend mehr „Stop Tihange“-Plakate in Aachener Fenstern gesehen. „Viele haben die inzwischen wieder runtergenommen, man will ja auch noch ab und zu aus dem eigenen Fenster rausschauen“, zeigt Schumacher Verständnis.

Trotzdem glaubt er, dass „Licht aus – Protest an!“ die Stadt zumindest kurzzeitig in Gelb leuchten lassen wird. Auch die Stadtverwaltung will sich an der Aktion beteiligen. Die Resonanz sei schwer abzuschätzen. „5000 Fotos wären natürlich schon toll, bei 10.000 würde ich einfach nur denken: Wow“, sagt Schumacher.

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