Aachener Aktion im Rahmen der Mobilitätskampagne „FahrRad in Aachen“

Schüler praktizieren „Autofasten“ : Abstempeln für ökologische Mobilität

Insgesamt 20 Aachener Grundschulen sowie die fünften Klassen des Einhard-Gymnasiums werden in den kommenden Wochen jeden Morgen dokumentieren, mit welchen Verkehrsmitteln sie zur Schule gekommen sind.

Joshua nahm mit zwei Klassenkameraden den Bus, Amir und sieben weitere Schüler wurden mit dem Auto gebracht, elf Kinder gingen zu Fuß. So lautete die Bilanz des ersten Tages der Stempelaktion „Wie bist du heute zur Schule gekommen?“ in den Klassen 1a und 2a der Katholischen Grundschule (KGS) Feldstraße. Hierfür nutzen sie Stempel, die kurz vor Schulstart mit dem passenden Symbol auf einen Kalender gepresst werden. Unterschieden wird zwischen dem Schulweg zu Fuß, per Rad, mit dem Bus, mit dem Auto oder mit dem Auto, das an der Elternhaltestelle gehalten hat.

Anlass dazu ist die Aktion „Wie bist du heute zur Schule gekommen?“, die im Rahmen der städtischen Mobilitätskampagne „FahrRad in Aachen“ seit einigen Jahren an Grundschulen durchgeführt wird und immer neue Schulen zum Mitmachen bewegt. So heißt es in diesem Jahr für fast 4000 Kinder jeden Morgen „Abstempeln“.

„Die Kinder sollen ein Bewusstsein dafür entwickeln, wie sie ihren Schulweg bestreiten. Gleichzeitig sollen auch Eltern dahingehend sensibilisiert werden, ihre Kinder mehr und mehr allein mit dem Rad oder zu Fuß zur Schule zu schicken“, benennt Stephanie Küpper, Projektleiterin der Mobilitätskampagne, die Ziele der Stempelaktion. Ihre Kampagne hat bereits bewirkt, dass eigene Schulfahrräder angeschafft und Eltern-Haltestellen eingerichtet wurden, von denen aus Kinder die letzten Meter bis zur Schule allein gehen. Umweltbewusstsein aber auch die Förderung von Eigenständigkeit spielen hierbei eine wichtige Rolle.

„FahrRad in Aachen“ möchte allerdings nicht nur Schulen aufrütteln, sondern allgemein darauf hinweisen, dass die Fahrt mit dem Auto nicht immer nötig ist. Das „Autofasten“ des Diözesanrats im Bistum Aachen animiert Menschen in der Region deshalb bis zum 20. April dazu, das Auto vor allem auf kurzen Strecken zum Bäcker oder zur Post stehen zu lassen. Zusätzlich dazu verrät die Website www.autofasten-im-bistum-aachen.de, wie viele Kilometer bereits eingespart werden konnten. 2018 erreichte man 15.000 eingesparte Kilometer.

So viele werden es an der KGS Feldstraße wohl nicht werden, doch Mobilitätskoordinatorin Martina Bruns ist trotzdem optimistisch, dass auch bei den Eltern ein Umdenken stattfindet: „Durch die eingerichtete Elternhaltestelle hat sich schon einiges gebessert. Immer seltener kommt es direkt vor dem Schultor zu gefährlichen Szenen, bei denen sich Autos und Schüler nahe kommen.“ Bruns hofft auf immer mehr einsichtige Eltern und auf Schüler, die früh lernen, auch mal mit dem Rad und einem Helm auf dem Kopf in Richtung Feldstraße aufzubrechen.

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