Aachen: Aachen: Zwischen Provinz und Weltstadt

Aachen: Aachen: Zwischen Provinz und Weltstadt

1970 fuhr Kurt Scholler an Bord eines Schiffes, das auch seinen VW Käfer geladen hatte, an der Freiheitsstatue vorbei in den Hafen von New York. Die klassische Vorstellung eines jeden, der in die Vereinigten Staaten auswandert.

Seitdem lebt er mit seiner Familie in den USA und ist vom Norden in die Südstaaten gezogen. Doch tief im Herzen ist er ein waschechter Aachener geblieben. Damit er nicht verpasst, was während seiner Abwesenheit in der Kaiserstadt so passiert, ist er Mitglied im Club Aachen International.

„Es ist wirklich eine ganz interessante Idee“, sagt er. Für ihn ist Aachen hier und die USA sind dort. Seit vier Jahren ist er nun Mitglied im Verein, der die Aachener weltweit verbindet. Er ist stolz, die Farben der Stadt im Ausland zu repräsentieren, und froh, die Bindung zu halten. „Ich habe praktisch in zwei Ländern gleichzeitig gelebt“, sagt der pensionierte Diplom-Kaufmann.

Öcher Heimatgefühl

200 offizielle Botschafter des Clubs Aachen International repräsentieren die Stadt in 27 Ländern auf fünf Kontinenten rund um den Globus. Die „Nachrichten“ haben zu einigen von ihnen Kontakt aufgenommen und sie zu ihrem Öcher Heimatgefühl befragt. Kurt Scholler ist der erste (siehe unten).

Unter dem Motto „Einmal Aachener, immer Aachener“ sind die Aachener seit 2005 durch das weltweite Netzwerk des Vereins verbunden. Damals verschickte die Stadt in einer Weihnachtspostaktion jährlich Informationen aus Aachen an interessierte Aachener außerhalb der Stadt. Allerdings waren diese Infos nicht immer ganz aktuell.

Deswegen beschlossen seinerzeit Hermann-Viktor Johnen, Laurensberg und San Francisco, der damalige Leiter des Bezirksamts Laurensberg, Detlev Fröhlke, der heute Chef des Ordnungsamts ist, sowie Andreas Schumann, damaliger Direktor des Mercure-Hotels am Europaplatz, etwas Dauerhafteres und Stabileres zu gründen. Am 12. September 2005 hoben sie dann gemeinsam den Club Aachen International aus der Taufe.

Heute gibt es jährliche Mitgliedertreffen im Rathaus und exklusive Veranstaltungen für die Botschafter. Ein regelmäßiger Newsletter, den Vereinsgeschäftsführer Detlev Fröhlke verschickt, informiert über die neusten Entwicklungen. Doch auch im Ausland sind die Aachener aktiv. In der Schweiz rund um Zürich etwa trifft sich eine größere Gruppe regelmäßig. „Die Aachener sind durch ihre Nähe zu den Niederlanden und Belgien schon sehr international und offen“, sagt Kurt Scholler. Aachen sei halt nun einmal ein Lebensgefühl.

Der Vereinsgeschäftsführer Detlev Fröhlke glaubt, dass es die „charmante Gratwanderung zwischen Provinz und gefühlter Weltstadt“ ist, welche die Öcher im Ausland so sehr an der Stadt festhalten lässt.

Für ihn ist der Zusammenhalt der Aachener auch international sehr wichtig. Mit Präsident Meino Heyen und Schirmherr Oberbürgermeister Marcel Philipp steht er an der Spitze von Aachen International. „Der Club kann alle Lebensbereiche betreffen, von besonderen Empfehlungen bei Besuchen vor Ort über Hilfestellung aller Art bis hin zu Tipps im Vorfeld von geschäftlichen Kontakten oder Planungen“, sagt Fröhlke.

Neuer Internetauftritt

Zurzeit arbeitet Aachen International an seinem Internetauftritt. Zwar können sich die Mitglieder dort jetzt schon Profile einrichten, die Interaktionsmöglichkeiten sollen aber verbessert werden, um die Verständigung unter den international lebenden Mitgliedern zu vereinfachen.

Einen Tipp hat Detlev Fröhlke noch: Auch Aachener, die in Aachen wohnen, sind aufgerufen, Mitglied im Club Aachen International zu werden. „Es ist jedes Mal ein Gewinn, mit einem Aachener ins Gespräch zu kommen“, sagt er und lacht. Und dazu muss man ja nicht im Ausland leben.