Aachen: Windpark Münsterwald produziert eifrig

Windpark Münsterwald: Windräder sind nun vollständig in Betrieb

Trotz des jahrelangen Protests von Umweltschützern sind die fünf Windanlagen im Windpark Münsterwald nun vollständig in Betrieb. Damit hat die Stawag nach eigenen Angaben eine wichtige Zielmarke erreicht.

Bis 2020 sollen alle Aachener Haushalte und Gewerbekunden mit mit grünem Strom versorgt werden: Dieses Ziel hatte sich die Stawag vor gut acht Jahren gesetzt. Eine erste Zielmarke sei mit der Inbetriebnahme des Windparks Münsterwald nun erreicht, teilte der Aachener Energieversorger in einer Pressemitteilung am Dienstag mit. Rund 450 Millionen Kilowattstunden grünen Strom im Jahr produzieren demnach nun 21 Windparks, zwölf größere Solarparks und eine Vielzahl von kleineren Solaranlagen in Summe. Damit könnten alle Aachener Haushalte rechnerisch zu 100 Prozent mit grünem Strom versorgt werden.

„Wir sind sehr stolz, dass wir diese Zielmarke erreicht haben und uns zu einem grünen Stadtwerk entwickelt haben“, sagt Dr. Christian Becker, Vorstand der Stawag. Eine vergleichbare Zielmarke habe bislang kaum ein anderer Energieversorger erreicht. „In Summe haben wir in den letzten Jahren rund 600 Millionen Euro allein in den Ausbau der erneuerbaren Energien investiert und damit eine klimafreundliche und zukunftsfähige Energieversorgung aufgebaut. Auch finanziell rechnet sich dieses Engagement für uns.“

Im Februar hatte die Stawag die Baustelle für die fünf Windkraftanlagen westlich der Himmelsleiter (Bundesstraße 258) gestartet. Nach den Fundamentarbeiten im Juli wurden im August die Großkomponenten wie Türme, Gondeln und Rotorblätter aufgezogen. Fertig errichtet waren die ersten Anlagen bereits im September. Anfang Oktober folgten die Verkabelungen und erste Probeläufe, so dass Ende Oktober die Inbetriebnahme abgeschlossen war. Becker: „Mit dem Projekt liegen wir sowohl zeitlich als auch finanziell voll im Rahmen und freuen uns, dass wir jetzt schon etliche Wochen lang grünen Strom erzeugen konnten. Darüber hinaus prüfen wir derzeit, ob wir im nächsten Jahr die beiden Anlagen östlich der Himmelsleiter realisieren.“

Vor über neun Jahren stand der Windpark Münsterwald erstmals auf der Agenda. Bevor im November 2015 der Bau endgültig genehmigt wurde, gab es ein umfangreiches Verwaltungsverfahren, das auch eine Beteiligung der Bürger umfasste. Auch die Gerichte befassten sich intensiv mit dem Thema. Die Gegner des Windparks fürchten unter anderem, dass der Wald durch die Bauarbeiten und durch die Windräder selbst nachhaltigen Schaden nimmt.

Wiederaufforstung beginnt

Die Windanlagen mit einer Nabenhöhe von 140 Metern und einem Rotordurchmesser von 112 Metern erzeugen jährlich rund 40 Millionen Kilowattstunden, rund 12.500 Haushalte können damit versorgt werden. Das Investitionsvolumen liegt bei 30 Millionen Euro. „Nun steht die Wiederaufforstung bei uns auf der Agenda: Zunächst werden wir, abhängig vom Wetter, am Entenpfuhl 25.000 Quadratmeter mit hochwertigen Bäumen und Büschen wie Wildkirsche, Hainbuche, Feldahorn, Eberesche, Wildbirne und Wildapfel bepflanzen“, ergänzt Frank Brösse, Geschäftsführer der Stawag Energie GmbH, ein Tochterunternehmen der Stawag, das auf den Ausbau der erneuerbaren Energien spezialisiert ist. „Im Frühjahr 2019 beginnen dann die Wiederaufforstungsarbeiten im Münsterwald selbst: Dort werden rund um die Windkraftanlagen auf rund fünf Hektar Bäume gepflanzt.“

Dass die Windanlagen im Münsterwald nun vollständig im Betrieb sind, heißt indes nicht, dass auch Pendler zwischen Aachen und Roetgen aufatmen können. An den Baustellenampeln an der Ein- und Ausfahrt zum Windpark ändere sich bis auf weiteres nicht, weil noch Restarbeiten durchgeführt werden, wie Stawag-Sprecherin Angeli Bhattacharyya auf Anfrage mitteilt. Wann diese beendet sind, könne man zum derzeitigen Zeitpunkt nicht sagen.

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