Aachen: Weg am Tivoli nach Max Salomon benannt

Bis 1933 Stammspieler bei Alemannia : Der „Max-Salomon-Weg“ soll die Erinnerung wachhalten

Weg auf der Südseite des Tivoli trägt nun den Namen des ehemaligen Alemannia-Spielers, der in der Nazi-Zeit ums Leben kam

Seit Freitagvormittag trägt der Weg auf der Südseite des Tivoli offiziell den Namen „Max-Salomon-Weg“. Genau wie die Stolpersteine in Aachen soll auch dieser Name an die NS-Zeit und die Judenverfolgung in der Region erinnern.

Als René Rohrkamp, der Leiter des Aachener Stadtarchivs, zusammen mit Ingo Deloie für ein privates Projekt über die ersten 50 Jahre der Alemannia zum Umgang mit dem Nationalsozialismus recherchierten, stießen sie auf den Namen Max Salomon. Er war der einzige jüdische Stammspieler der Alemannia. „Salomon war ein Aushängeschild der Alemannia“, bemerkte Rohrkamp. „Im März 1933 hat er noch gespielt, beim Spiel am 2. April 1933 war er nicht mehr dabei, acht Wochen, nachdem dieses Foto entstanden ist“. 2017 war er längst vergessen.

Salomons Foto ist auf einer Gedenktafel zu sehen, die die Alemannia Fan-IG, der TSV Alemannia Aachen e.V., die Aachener Stadion-Beteiligungsgesellschaft und die Bezirksverwaltung Laurensberg, vertreten durch Bezirksbürgermeister Alexander Gilson, enthüllten, um den Namen und das Schicksal Salomons nicht erneut in Vergessenheit geraten zu lassen.

Im Februar hatten Fan-IG und Alemannia bereits fünf Stolpersteine für ermordete Alemannia-Mitglieder legen lassen, darunter auch für Max Salomon in der Thomashofstraße 15. Ob der Spieler aus freien Willen abgedankt hat? Oder stand er unter Druck? „Das konnte man nicht recherchieren, man weiß es nicht“, erläuterte Rohrkamp. Salomon „trat in Folge der Zeitrichtung ab“, heißt es lediglich in den Quellen. „Aber es ist sicherlich kein Zufall, dass alle Mitglieder 1933 austraten“, merkte Rohrkamp an.

 Max Salomon soll jedoch nicht als Person oder Held geehrt werden – auch wenn ein Viertel des Tivoli-Umlaufs nun seinen Namen trägt. „Er steht für alle von den Nationalsozialisten ermordeten Alemannia-Mitglieder, ebenso für alle Sportler, die Unrecht und Terror zum Opfer gefallen sind“, verdeutlichte Thomas Wenge, Beauftragter der Fan-IG für „Alemannia 1933-45“. „Wir setzen ein Zeichen an der wohl größten Immobilie der Stadt, neben dem ersten Stolperstein in Laurensberg, den wir im Februar in Vetschau gelegt haben“, sagte Bezirksbürgermeister Alexander Gilson. „Wir sollten uns jeden Tag daran erinnern, was vor 70 Jahren war – auch wenn es nur zwei Minuten am Tag sind“.

„Wir als Alemannia sagen, die Erinnerung an die Vergangenheit ist die Voraussetzung um die Zukunft richtig zu gestalten“, erklärte Alemannia-Präsident Martin Fröhlich und dankte den Beteiligten für die beispielhafte Initiative.

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