Aachen: Vorbereitungsdienst für das Beufskolleg

Studienreferendare vereidigt : 60 angehende Lehrerinnen und Lehrer lernen jetzt den Schulalltag kennen

60 Studienreferendare für das Lehramt an Berufskollegs haben in Aachen ihre Ernennungsurkunden erhalten.

„Ich bin wahnsinnig neugierig“, begrüßt Wolfgang Goebel-Hinzmann die Gäste im Aachener Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung (ZfsL). „So ähnlich, wie wenn man eine neue Klasse bekommt.“ Goebel-Hinzmann ist Leiter des Seminars für das Berufskolleg-Lehramt. Rund 60 Studienreferendarinnen und -referendare treten den Vorbereitungsdienst für das Lehramt an Berufskollegs am ZfsL Aachen an. Nun wurden den jungen Männern und Frauen die Ernennungsurkunden ausgehändigt, anschließend leisteten sie ihren Eid.

Eineinhalb Jahre lang werden die Beamtinnen und Beamten auf Widerruf im Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung und in 21 zugehörigen Berufskollegs der Städteregion Aachen sowie der Kreise Düren, Euskirchen und Heinsberg ausgebildet. „Sie werden hier das Laufen lernen“, erklärt Goebel-Hinzmann. „Die Grundlagen kennen Sie bereits. Krabbeln können Sie.“ Die Zeit soll dazu dienen, erste Schritte zu wagen, neue Perspektiven zu entdecken – und auch zu stolpern und hinzufallen. „Man muss nur wieder aufstehen“, betont Goebel-Hinzmann.

Die Gruppe der Lehramtsanwärter ist dabei sehr vielfältig: Insgesamt gibt es rund 40 verschiedene Fachrichtungen. Für alle beginnt mit diesem Tage die zweite Phase der Ausbildung. Als einer der ersten Jahrgänge können die Referendare diesen Teil auch in Teilzeit absolvieren, um das Familien- und Berufsleben zu vereinbaren.

„Wir werden Sie hier mit Neuerungen konfrontieren“, kündigt ZfsL-Leiterin Helga Gubitz-Peruche an. Nicht zuletzt die Digitalisierung biete gleichermaßen Chancen wie Risiken der Unterrichtsgestaltung. Neu seien auch viele der Bildungsgänge, erläutert Monika Büth-Niehr, Leiterin der Käthe-Kollwitz-Schule. „Immer wieder wird etwas eingestampft, im Gegenzug kommt anderes neu hinzu.“

Beim Premierentag stellten sich auch die verschiedenen Organe der Ausbildungsstätte vor: der Förderverein, Personalrat und einige Verbände, die im Foyer auf sich aufmerksam machten. Nach der Rechtsbelehrung und Vereidigung wurden die Studienreferendare über Grundlagen, Verlauf und Schwerpunkte der Ausbildung informiert. Im Anschluss begannen bereits die ersten Seminare.

Tobias Malms hat die ganze Prozedur bereits geschafft. Er ist ein Absolvent des vorherigen Jahrgangs, ein „Artgenosse“ der anderen, wie er selbst beschreibt. „Die Ausbildung kann schlauchen, es werden Schweißperlen fließen“, kündigt Malms an. Aber: „ZfsL – das kann auch „Zeit für schönes Leben“ bedeuten.“