Aachen: Vereine klagen über Poller an Maria-Montessori-Schule

Turnhalle Bergische Gasse : Poller sorgen weiter für Unmut bei Sportvereinen

Bereits seit einem Dreivierteljahr versperren Poller den Zugang zum Schulhof der Maria-Montessori-Gesamtschule. Für Sportvereine, die in der Turnhalle an der Bergischen Gasse trainieren, wird das zunehmend zum Problem.

Manchmal stehen sie noch da und versperren den Weg, die rot-weißen Stangen, die den Männern und Frauen der Behinderten Sportgemeinschaft Aachen (BSG) den Alltag erschweren. Dann hat jemand vergessen, die Poller zum Schulhof der Maria-Montessori-Gesamtschule vorübergehend zu entfernen. Damit die Rollstuhlsportler ausnahmsweise doch auf dem Schulhof und damit in unmittelbarer Nähe ihrer Trainingsstätte, der Turnhalle Bergische Gasse, parken können. Auf dieses Prozedere haben sich die Verantwortlichen geeinigt. Denn seit dem 1. März vergangenen Jahres wird das durchgesetzt, was eigentlich schon seit der Eröffnung der Gesamtschule vor fast 22 Jahren gilt: Parken ist auf dem Schulhof verboten. Einzige Ausnahme: Man besitzt einen Sonderausweis für Menschen mit Behinderung. Nur dann darf man auf einem der vier Behindertenparkplätze parken. Offiziell weist der Bebauungsplan das Gelände als autofreie Zone aus. Allerdings wurden Fahrzeuge auf dem Schulhof über Jahre hinweg geduldet.

Dass diese stille Vereinbarung plötzlich – und vor allem ohne Vorwarnung – beendet wurde, hatte im vergangenen Jahr besonders bei den Rollstuhlsportlern für Aufregung gesorgt. Sie sahen zwischenzeitlich sogar den kompletten Übungs- und Spielbetrieb in Gefahr, sollte von den körperlich beeinträchtigten Sportlern erwartet werden, dass sie im Frankenberger Viertel, wo der Parkdruck sowieso schon groß ist, nach Parkplätzen suchen müssen. Mittlerweile scheinen sie sich mit der Situation abgefunden zu haben. „Man lebt damit“, sagt Andreas Farthmann, Leiter der Abteilung Rollstuhlsport beim BSG. Auch wenn es mitunter „lästig“ sei, wenn die Poller doch nicht wie abgesprochen herausgenommen wurden und die Übungsleiter das übernehmen müssen.

„Ein großes Problem“

Deutlichere Worte findet Sophie Rennert für die Parkplatzsituation. „Das hat sich sehr negativ auf unseren Verein ausgewirkt“, sagt die Geschäftsführerin des Forster Turnvereins, der mittwochabends die Halle fürs Fußball-, Badminton- und Gymnastiktraining nutzt. Einige Mitglieder blieben dem Training in der Bergischen Gasse bereits fern, weil sie keine Lust hätten, eine halbe Stunde nach einem Parkplatz zu suchen, berichtet Rennert. Zudem fühlten sich vor allem Frauen unwohl dabei, in den späten Abendstunden nach dem Training zu den Stellplätzen zu gehen, die mittlerweile auf dem Parkdeck an der Bachstraße/Ecke Kurbrunnenstraße für die Schule reserviert wurden. „Das ist für uns ein großes Problem. Schließlich gibt es schon genug Konkurrenz für Sportvereine“, sagt Rennert. „Natürlich haben wir Verständnis dafür, dass die Stadt sagt, dass nicht jeder auf dem Schulhof parken kann. Doch für uns ist die Situation sehr unbefriedigend.“

Dem stimmt Alexandra Entelmann ohne Umschweife zu. „Ich selbst habe als Trainerin schon öfters überlegt, die Halle zu wechseln oder ganz aufzuhören“, sagt die Alemannia-Aachen-Jugendleiterin, die einmal pro Woche in der Halle rund 15 Minis und Kinder der F-Jugend im Handball trainiert. Schließlich sei die Parkplatzsuche nicht nur zeit-, sondern vor allem auch kostenintensiv. Um dem entgegenzuwirken, gibt es beim Burtscheider Turnerbund Aachen (BTB) sogar Überlegungen, für Trainer Stellplätze auf einem angrenzenden Parkplatz zu mieten, teilt Ralf Klinkenberg, Leiter der Abteilung Handball beim BTB, mit. „Uns gehen keine Spieler von der Stange, weil die Kinder und Jugendlichen sowieso nicht mit dem Auto kommen, doch bei den Trainern könnte das passieren.“

Für die Maria-Montessori-Schule selbst ist die „Poller-Lösung“ laut Schulleiterin Irmgard Braun „eindeutig besser“. Schließlich hätten in der Vergangenheit immer wieder Autos regelwidrig auf dem Schulhof geparkt – und zwar von Nicht-Schulangehörigen während der Unterrichtszeit. Allerdings merke auch sie, dass die Parkplatzsituation bei Schulveranstaltungen in den Abendstunden problematisch sei.

Fest steht: Eine unbürokratische Lösung scheint es für die Sportvereine nach Ansicht der Stadt nicht zu geben. „Wenn man etwas an der Situation ändern will, müsste man den Bebauungsplan ändern“, sagt Björn Gürtler vom städtischen Presseamt. Bis dahin werden die rot-weißen Stangen weiter den Zugang zum Schulhof versperren.

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