Vaals/Aachen: Aachen und Vaals: Grenzübergänge sollen aufgewertet werden

Vaals/Aachen: Aachen und Vaals: Grenzübergänge sollen aufgewertet werden

Zwei Grenzübergänge gibt es zwischen der Stadt Aachen und dem niederländischen Nachbarort Vaals. Beide bieten derzeit nicht das beste Bild, über beide gibt es seit Jahren Diskussionen, und auf beiden Seiten tut sich etwas.

In Vaalserquartier war es der Erwerb von Gut Paffenbroich, der einen ruhenden Prozess wieder angestoßen hat. Der historische Hof, zu dem auch Wiesen an der Grens­straat gehören, war von der Nesseler-Gruppe erworben worden, die sich dort, wie berichtet, eine Wohnbebauung parallel zu der auf niederländischer Seite vorstellen kann. In Vaals wurde jetzt bekannt, dass auch das Einkaufszentrum direkt hinter der Grenze, in dem sich zwei Supermärkte befinden, verkauft worden ist. Der neue Eigentümer denkt laut Bürgermeister Reg van Loo ebenfalls darüber nach, wie der Standort aufgewertet werden kann.

Ein weiterer Mitspieler ist auf deutscher Seite die Landmarken AG, der bereits das Grundstück einer ehemaligen, wegen statischer Probleme abgerissenen Pizzeria direkt an der Grenze gehört. Der Immobilienentwickler macht aber keinen Hehl daraus, dass er eine großzügigere Lösung für ein Stadt-Entrée anstrebt und man dabei auch das benachbarte Gebäude, in dem unter anderem das Mütterzentrum Mamma Mia untergebracht ist, einbeziehen möchte.

Den Parkplatz auf der anderen Seite der Vaalser Straße, auf dem noch ein Zollgebäude steht, hat nach Auskunft des Presseamts inzwischen die Stadt Aachen von der Bundesanstalt für Immobilien erworben. Auch er könnte in eine umfassende Neugestaltung des Grenzbereichs einbezogen werden. Als eine mögliche Variante war bereits im Jahr 2011 ein großer Kreisverkehr auf deutscher Seite angedacht worden. Diese mögliche Variante ist wohl immer noch aktuell.

Ende letzten Jahres hat bereits ein Gespräch zwischen allen Beteiligten aus beiden Ländern stattgefunden, ein weiteres im Frühjahr soll folgen. Hinzu kommt jetzt der Investor, der dem niederländischen Einkaufszentrum neue Attraktivität verleihen will, weil das Gebäude aus den 1990er Jahren bereits ebenfalls einen etwas heruntergekommenen Eindruck macht. Die Gemeinde Vaals will jetzt einen Masterplan für eine Renovierung aufstellen, in dem zum Beispiel die Wahl von Farben und Materialien geregelt wird. Nach den Worten von Bürgermeister Reg van Loo will man auch über die Gestaltung eines öffentlichen Platzes, der die Grenze hervorhebt, nachdenken.

Unzufriedenheit herrscht auch über den kleinen Grenzübergang zwischen der Alten Vaalser Straße und der Akenerstraat. Er ist nicht nur unansehnlich, sondern auch für Kraftfahrzeuge unpassierbar — seit Jahrzehnten ein untragbarer Zustand. Wenn nämlich die Vaalser Straße, die in die Maastrichterlaan übergeht, aus irgendeinem Grund blockiert sein sollte, gibt es keinerlei Ausweichmöglichkeit etwa für Rettungsfahrzeuge. Massive Betonpfähle verhindern nämlich ein Durchkommen. Solche Anlässe gibt es immer wieder, zuletzt beim Rosenmontagszug oder dem Brand eines Zollgebäudes zu Jahresbeginn. Stundenlang geht dann nichts mehr. Der motorisierte Verkehr muss den weiten Weg über Bocholtz und die Autobahn oder über Kelmis nehmen.

Schlagbaum oder Poller?

Am Übergang befindet sich mit der „Kleng Wach“ das kleinste Museum der Niederlande, das an alte Zoll-Zeiten erinnert, als die Grenze noch durch ein Metalltor beziehungsweise während des Ersten Weltkriegs sogar durch eine elektrisch aufgeladenen Stacheldrahtzaun abgetrennt war.

Der Vaalser Ratsherr Thijs Jussen setzt sich seit Jahrzehnten für eine Öffnung des Grenzübergangs ein. Jetzt soll auf seine Initiative hin ein neuer Anlauf unternommen werden, ob nicht zumindest ein Schlagbaum oder versenkbare Poller eingebaut werden können, so dass der Übergang im Notfall geöffnet werden kann.

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