Aachen: Aachen und Toledo feiern den 30. Geburtstag ihrer Partnerschaft

Aachen: Aachen und Toledo feiern den 30. Geburtstag ihrer Partnerschaft

Es ist nicht immer ganz einfach, alte Freundschaften zu erneuern. Umso besser, wenn man trotz — oder gerade wegen — der langen Zeit noch Gemeinsamkeiten findet. Diese verbinden nicht nur Menschen, sondern auch Städte. Toledo und Aachen hält eine eben solche Freundschaft zusammen, und die hat am Samstag ihren 30. Geburtstag gefeiert.

Gemeinsam beschworen die Oberbürgermeister der beiden Städte bei einer Feierstunde im Rathaus die enge Verbundenheit und den regen Austausch untereinander. Dabei kam auch der Humor nicht zu kurz.

„Toledo war das, was auch Aachen lange Zeit war: Die Hauptstadt und Krönungsstätte eines großen Reiches“, sagte Oberbürgermeister Marcel Philipp. Auch kulinarisch gebe es durchaus süße Gemeinsamkeiten: Was in Toledo das Marzipan, seien in Aachen die Printen.

Passend zur royalen Vergangenheit der Städte haben sich die zahlreichen geladenen Gäste sowie die 30-köpfige Delegation aus der spanischen Partnerstadt im Krönungssaal zusammengefunden. „Städtepartnerschaften wie diese stehen für das gelebte Europa und stärken den Zusammenhalt und die Freundschaft“, sagte Philipp.

Es war eine in weiten Strecken heitere Veranstaltung, bei der sowohl Philipp als auch sein Pendant aus Toledo, der „Alcalde“ Emiliano Garcia-Page Sánchez, mit Freude auf die vergangenen 30 Jahre des gemeinsamen Austausches zurückblickten. Während der Ansprachen übersetzte Erwin Klein, der Vorsitzende des Aachen-Toledo-Vereins, gleich selbst simultan auf der Bühne, was die Redebeiträge noch um einiges farbiger werden ließ. Dazwischen sorgte der Chor Capella Aquensis mit stimmungsvollen Liedern aus der Geschichte der beiden Städte für eine gelungene musikalische Untermalung.

Juan Carlos stand am Anfang

Auf die Geschichte — und insbesondere auf den abgetretenen spanischen König Juan Carlos — kam auch Toledos Alcalde zu sprechen. „Er stand am Anfang dieser Städtepartnerschaft und hat auch mich mein ganzes Leben lang begleitet“, sagte Sánchez. Carlos hatte sich nach dem Sturz der Franco-Diktatur in Spanien hinter die noch junge Demokratie gestellt und einen Staatsstreich der Nationalisten verhindert.

Noch heute wird ihm daher in Spanien höchster Respekt gezollt. Und ohne ihn wäre es auch nie zu der Partnerschaft der beiden Städte gekommen. „Früher sprach man immer von Königen, aber heute ist es in Europa das Volk, welches entscheidet“, sagte Sánchez im Hinblick auf die demokratischen Errungenschaften der vergangenen Jahrzehnte.

Sowohl Philipp als auch Sánchez bedankten sich vor allem bei den Vereinen und den Bürgern, die den kulturellen und nicht zuletzt auch wissenschaftlichen Austausch erst ermöglicht hätten. Es sei wichtig, dass diese Partnerschaft immer wieder mit Leben gefüllt werde, sagten sie. Dieser Aufgabe widmet sich in Toledo die Asociatión Interciudades Alfonso X el Sabio und auf deutscher Seite der Aachen-Toledo-Verein.

Gegen Ende der Zeremonie trug sich Sánchez in das Goldene Buch der Stadt Aachen ein. Ein Grußwort auf Papier, aber auch ein symbolischer Akt zu Festigung dieser Freundschaft — auf die nächsten 30 Jahre.

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