Aachen: Suse Keil-Schlütz siegt im Wettkampf der Majestäten

Stadtkönigsschießen in Eilendorf : Suse Keil-Schlütz ist neue Stadtkönigin

Suse Keil-Schlütz, Schützenkönigin aus Nütheim-Schleckheim, ist die neue Stadtkönigin der Schützen in Aachen. Mit dem 250. Schuss erledigte sie am Samstagabend im Wettbewerb den Königsvogel. Den Wettbewerb um den Titel des Stadtprinzen hatte zuvor Christian Förster von der Karlsschützen-Gilde für sich entschieden.

Bevor das große Schützenspektakel begann, gab es in Schützenkreisen einigen Unmut über den Termin mitten in den Sommerferien zu hören.

Schützenmeister Dirk Radermacher, fünfmaliger Schützenkönig der Schützenbruderschaft St. Laurentius, ließ seinem Ärger freien Lauf, dass er nicht dabei sein konnte. Er selbst könne damit leben, erklärte er. „Aber meinem Sohn Lukas als Schülerprinz ist beim Stadtprinzenschießen durch die Ferien die Teilnahme verwehrt. Für eine derartige terminliche Ansetzung habe ich kein Verständnis!“ Auch aus anderen Bruderschaften war Kritik an der Terminierung zu hören. Die reduzierte Teilnehmerzahl unterstrich dies deutlich.

Präsident Robert van Eisern von der ausrichtenden Karlsschützen-Gilde Aachen und Joachim Mehlkopf, zuständig für die Pressearbeit, erklärten: „Wir sehen das zwar ein, aber wir können das Problem auch nicht so einfach lösen. Alle unter einen Hut zu bekommen, ist nicht gerade einfach.“ Jeder Bruderschaft werde der Termin schon einige Monate vorher mitgeteilt, und außerdem werde dieses Event stets Mitte August ausgetragen.

Ungeachtet aller Kritik begann am Samstag „Auf dem Foerberich“ das 41. Stadtkönigsschießen und 19. Stadtprinzenschießen. Sechs Prinzen und eine Prinzessin sowie neun Könige und drei Königinnen wetteiferten um die begehrten Titel. Schuss um Schuss, Runde um Runde erwiesen sich die beiden Holzvögel als zäh und widerstandsfähig.

Um den Prinzentitel traten Domenic Sandlöbes (St. Hubertus Burtscheid), Andreas Knops (Sportschützen Haaren), Benedikt Peveling (Apollonia Eilendorf), Tim Schwan (Donatus Brand), Noah Bein (Sebastianus Hahn), Luisa Kreutz (Sebastianus Krauthausen) und Christian Förster (Karlsschützen-Gilde) an. Mit dem 137. Schuss war Christian Förster dann erfolgreich. Der amtierende Prinz der Karlsschützen-Gilde Aachen sicherte sich zum ersten Mal den Titel und tritt die Nachfolge von Stadtprinz Tim Hofrichter (Hubertus Burtscheid) an. Gratulation von allen Seiten.

Nach dieser Ouvertüre des Nachwuchses gingen die gestandenen Könige und Königinnen an die Arbeit, auch hier entflammte ein spannender Kampf. Den Hut in den Ring warfen Karlheinz Sandlöbes (St. Hubertus Burtscheid), Conny Knops (Sportschützen Haaren), Alfred Defourny (St. Katharina Forst), Stefan Albinus (St. Josef Forst), Johannes Bröcheler St. (Hubertus Richterich), Suse Keil-Schlütz (Nütheim-Schleckheim), Thadeus Malecki (St. Apollonia Eilendorf), Bernd Kuckartz (St. Sebastianus Eilendorf), Hilde Emonds (Donatus Brand), Roland Havertz (Sebastianus Hahn), Robert Bengel (Sebastianus Krauthausen) und Alfred Hilgers (Karlsschützen-Gilde Aachen).

Als der Zeiger der Uhr auf 19.10 Uhr vorrüclte nahm die erfolgsverwöhnte Suse Keil-Schlütz Aufstellung und zog mit ruhiger Hand durch: Mit dem 250. Schuss flog der Vogel im Sturzflug zu Boden. „Wir haben eine neue Stadtkönigin“, ertönte es aus dem Lautsprecher, im Nu wurde sie von allen umringt und beglückwünscht. „Die räumt ja alles ab“, war zu hören. In der Tat: Königin in Nütheim-Schleckheim, frischgebackene Bezirkskönigin und jetzt auch noch die „Stadtkrone.“ Suse bietet damit ihrem Mann Wolfgang Keil Paroli. Sie löste ihn 2018 als Schützenkönig ab und dieses Jahr als Stadtkönig. Diesen Titel hatte ihr Mann bis Samstag inne. „Wir wechseln uns halt ab“, lacht Ehemann Wolfgang: „Das kann so weitergehen.“

„Ich hatte es darauf abgesehen, diesen Titel zu gewinnen. So eine Chance bekommt man nur einmal im Leben, die habe ich genutzt“, erklärte Suse Keil-Schlütz stolz. Jetzt freut sie sich auf ihren Auftritt bei der Deutschen Meisterschaft am 7. September in Schloss Neuhaus bei Paderborn.

Parallel zu den Titelkämpfen fanden mehrere Ehrenschießen um begehrte Punkte statt. Die Präsidentenscheibe sicherte sich Brigitte Radermacher (St. Katharina Forst). Bei den Fahnenträgern landete Dieter Berger (St. Sebastianus Eilendorf) vorne und als Mannschaft errang St. Sebastianus Eilendorf den Sieg. Die Vereinswertung auf einen Blick: 1. St. Sebastianus Eilendorf (85 Punkte), 2, Nütheim-Schleckheim (60), 3. Karlsschützen-Gilde (40).

Vor Beginn der Wettkämpfe fand ein Empfang im Bezirksamt Eilendorf statt, auf dem Bürgermeister Norbert Plum die Festrede hielt und den Veranstaltungen einen guten Verlauf wünschte. „Den hatten wir“, bilanzierten van Eisern und Mehlkopf am Abend. Natürlich hätten sie sich noch mehr Besucher gewünscht, wäre da nicht das Pokalspiel der Alemannia gegen Bayer Leverkusen zur selben Zeit gewesen. Und es habe auch einige Absagen von Bruderschaften gegeben. Dafür habe man aber ein Super-Wetter erwischt und gute, sportliche Leistungen gesehen.