Aachen: Suermondt-Ludwig-Museum muss saniert werden

Museumssanierung : Suermondt-Ludwig-Museum: Politiker sind teils skeptisch

Mahlen die Mühlen der Verwaltung zu langsam? Im Kulturausschuss machten die Politiker deutlich, dass sie die zeitliche und finanzielle Planung der aufwendigen Sanierung des Museums für äußerst ambitioniert halten.

In den Reihen der Kulturpolitiker macht sich Skepsis breit. Dass im Suermondt-Ludwig-Museum an der Wilhelmstraße pünktlich zur geplanten Dürer-Ausstellung am 7. Oktober 2020 die Hauptausstellung zu sehen sein wird, das hält vor allem die FDP-Fraktion für ambitioniert.

„Ich bin sehr skeptisch“, sagte Ruth Crumbach-Trommler (FDP) am Donnerstagabend im Kulturausschuss. „Ist wirklich alles abgesegnet und mit einem Nicken der Kämmerin versehen?“, hakte auch Sibylle Reuß (SPD) noch einmal bei der Verwaltung nach. „Ja“, lautete die Antwort von Kulturdezernentin Susanne Schwier.

Doch die Skepsis bleibt. Immerhin muss eine Menge in Angriff genommen werden. Die gesamte Klimaanlagentechnik muss erneuert werden, da die Funktionsfähigkeit nur noch für einen Übergangszeitraum gewährleistet werden kann und modernen Anforderungen nicht mehr entspricht. Die Glasflächen im Dachbereich führen in den Sommermonaten zu einer Hitzebelastung von bis zu 50 Grad Celsius, die WC-Anlagen müssen erneuert werden und auch an der Elektrik will man arbeiten. Eine Menge zu tun, insgesamt entstehen Kosten in Höhe von 2,4 Millionen Euro.

„Ich halte auch die Kostenabschätzung für relativ schwierig. Mir erscheint das mit der heißen Nadel gestrickt“, so Crumbach-Trommler weiter. „Da steckt ein großes Risiko drin und das ist auch bekannt. Jede Verzögerung würde uns in riesige Probleme bringen“, ergänzte Hermann Josef Pilgram (Grüne). Doch wenn es jetzt los ginge mit Ausschreibung und Vergabe, dann hält er die zeitliche Planung für machbar.

Nun ist Eile geboten

Nichtsdestotrotz sei Eile geboten. Im Kulturausschuss wurde daher am Donnerstag die Vorlage freigegeben, da gab es keine Diskussionen. Es folgen besagte Ausschreibung und schließlich die Vergabe. Ein Prozess, der Zeit frisst. „Wir sind mehrheitlich der Meinung, dass das Haus so ausgestattet werden muss, dass es auch weiterhin als Museum genutzt werden kann“, sagte Josef Hubert Bruynswyck (CDU).

Daran sind eindeutig alle interessiert. Das ändert jedoch nichts daran, dass das Museum in der Zeit der Arbeiten geschlossen werden muss. „Vielleicht kann die Schließung immerhin dazu genutzt werden, um auch andere anstehende Arbeiten durchzuführen“, so Gunter von Hayn (Piraten). Das wolle man, versicherte Stephan Vreydal vom Gebäudemanagement der Stadt Aachen.

Doch wird alles pünktlich zur Eröffnung der Ausstellung fertig? Sind die Kosten realistisch kalkuliert? Geht es nach der FDP-Fraktion, hätten diese Prozesse eindeutig früher angestoßen werden müssen, dann wäre der zeitliche Druck vielleicht gar nicht erst entstanden. „Es ist doch lange bekannt, dass das Museum marode ist“, so Crumbach-Trommler und ergänzt: „Es ist sehr bedauerlich, dass es so spät in Angriff genommen wird. Da müssen im Kulturbetrieb Prioritäten gesetzt werden.“ Die Fraktionen wollen ein wachsames Auge auf die Entwicklungen haben und das Thema immer wieder ansprechen. Denn der „Unsicherheitsfaktor Baupreise“ stehe auch noch im Raum, wie Pilgram sagte. Das sei jedoch nichts Unbekanntes. Denn: „Das Geld steht zur Verfügung“, so Pilgram.

Die Verwaltung jedenfalls geht davon aus, dass die Zeit, die noch bleibt, effizient genutzt werden könne. Der Rest ist Hoffen. „Dann zünden wir ab jetzt Kerzen an“, sagte Susanne Schwier.

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