Aachen: Suchthilfe stellt sich neu auf

Caritas künftig alleiniger Träger : Diakonie zieht sich in Aachen aus der Suchthilfe zurück

Die Suchthilfe in Aachen wird ab 2019 ausschließlich unter dem Dach der Caritas geführt. Die Diakonie zieht sich nach mehr als 14 Jahren aus der Zusammenarbeit in diesem Bereich zurück.

Weichenstellung kurz vor Weihnachten: Wie der Caritasverband für die Regionen Aachen-Stadt und Aachen-Land am Freitag mitgeteilt hat, wird die Suchthilfe in der Stadt Aachen im nächsten Jahr neu aufgestellt.

Mehr als 14 Jahre wurden die Angebote der Suchthilfe in Kooperation zwischen dem Diakonischen Werk im Kirchenkreis Aachen und dem Regionalen Caritasverband organisiert. „Mit der Entscheidung des Diakonischen Werkes in 2017, sich auf bestimmte Arbeitsfelder bzw. im Umfang zu konzentrieren, wird die Suchthilfe in der Stadt Aachen ab dem 1. Januar 2019 in alleiniger Trägerschaft des Caritasverbandes fortgeführt“, heißt es in einer Pressemitteilung des Caritaverbands.

Mit Verzögerung habe sich herausgestellt, dass die finanziellen Turbulenzen bei der Diakonie auch am gemeinsamen Projekt Suchthilfe nicht spurlos vorbeigehen würden, erklärte Caritas-Vorstand Bernhard Verholen am Freitag auf Anfrage unserer Zeitung. „Seit Ende 2017 haben wir nach einer Lösung gesucht. Das war nicht ganz einfach, weil drei Partner, Caritas, Diakonie und die Städteregion, betroffen waren und auch politische Beschlüsse zu treffen waren.

Mittlerweile sei aber alles in trockenen Tüchern, und auch die Beschäftigten seien über die Veränderungen in der Trägerschaft informiert. Die Mitarbeiter, die bisher bei der Diakonie angestellt sind, erhielten das Angebot, zur Caritas zu wechseln. „Und alle 16 Beschäftigten haben das Angebot angenommen“, sagt Verholen. „Alle können also ein friedvolles Weihnachtsfest feiern.“ Insgesamt sind nach seinen Angaben bei der Suchthilfe Aachen rund 40 Personen beschäftigt.

Und auch für die Klienten, Partner und Unterstützer soll sich durch die neue Trägerschaft nichts ändern, versichert man bei der Caritas. Ohnehin haben die Mitarbeiter der beiden Träger schon bisher eng zusammengearbeitet. „Für die Menschen in Aachen wird sich nichts ändern“, betont Verholen.

Im Altkreis Aachen werden Diakonisches Werk und die Städteregion Aachen mit ihrem Gesundheitsamt die Verantwortung für Suchtfragen wahrnehmen. Auf dieser Grundlage werde zwischen allen drei Beteiligten – Caritas, Diakonie und Städteregion – ein neuer Suchthilfeverbund für die gesamte Städteregion entstehen, teilt die Caritas mit.

(mg)
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