Aachen sucht Teststrecke für den Elektrobus "e.GO Mover"

Elektrobus : Teststrecke für den „e.GO Mover“ gesucht

Immer wieder gefordert, immer wieder angekündigt: ein elektrobetriebener Kleinbus, der die Menschen direkt ins Herz der Innenstadt auf den Aachener Markt kutschiert. Nun hat die FDP einen weiteren Antrag eingereicht, um das Projekt voranzubringen. Sie will einen in Aachen produzierten „e.GO Mover“ durch die Großkölnstraße schicken.

Bislang wird die Idee unter dem Schlagwort „Marktliner“ verfolgt. Sie sieht eigentlich eine Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Markt vor und soll mit Bundesmitteln aus dem Förderprogramm „Saubere Luft“ verwirklicht werden. In Aussicht gestellt wurde es bereits bei den Dieselgipfeln im Kanzleramt vor anderthalb Jahren. Die Fördermittel sind inzwischen bewilligt worden, und nach Auskunft des städtischen Presseamts ist auch das Vergabeverfahren bereits angelaufen. Die künftige Streckenführung sei hingegen noch offen.

In diese Lücke stößt nun die FDP mit ihrem Antrag, eine direkte Verbindung vom Bushof als zentralem Verkehrsknotenpunkt hoch auf den Markt zu schaffen. Die Strecke vom Bushof durch die Großkölnstraße sei sehr viel einfacher als jene mit vielen Kurven und Kreuzungen vom Hauptbahnhof aus, meinen die Liberalen. Sie eigne sich daher in besonderer Weise für ein Pilotprojekt mit dem „e.GO Mover“ aus dem Hause des Hochschulprofessors Günther Schuh, findet der wirtschaftspolitische Sprecher Rainer von Courbière. Aachen könne sich damit als Wissenschaftsstadt profilieren.

Eine ähnliche Stoßrichtung hatte vor zwei Jahren ein Antrag der Grünen, die ebenfalls den „Mover“ testweise auf die Straße schicken wollen, damit im Stadtbild zu sehen ist, was an RWTH und FH alles entwickelt wird. Und längst haben auch die anderen Fraktionen diese bestechende Idee aufgegriffen, deren Realisierung demnach eigentlich nur noch eine Frage der Zeit ist.

Vorerst ist der „Mover“ nur als Prototyp auf abgesperrten Teststrecken unterwegs, wie Carolina Kuttig, Pressesprecherin der e.GO Mobile AG, erklärt. Bis Ende des Jahres soll jedoch das Produktionswerk auf dem ehemaligen Philipsgelände in Rothe Erde fertiggestellt werden. Ab 2020 könne der „e.GO Mover“ dann in Serie gehen. Das Interesse sei immens, denn etliche Städte hätten bereits signalisiert, den emissionsfreien Kleinbus mit Platz für 15 Fahrgäste testen zu wollen. Ziel ist es, den Bus eines Tages auch völlig autonom, also ohne Fahrer, auf die Reise schicken zu können.

Bedenken, einen solchen Bus durch die Fußgängerzone Großkölnstraße zu schicken, haben die Liberalen nicht. Sie sei breit genug für das kompakte Fahrzeug. Außerdem müsse man etwas dafür tun, dass die Großkölnstraße durch den bevorstehenden Umzug von Sinn nicht weiter verliere, sagt von Courbière.

Die Busverbindung hoch zum Markt ist ihm ohnehin seit langem ein Anliegen. Vor allem für Ältere sei der Weg durchaus beschwerlich, sagt er. Zu spüren bekommen das auch die Marktbeschicker, die an den beiden Markttagen immer wieder über Besuchermangel klagen und dies auf die schlechte Verkehrsanbindung zurückführen. Auch ihnen wäre mit der neuen Buslinie geholfen, sind nicht nur die Liberalen überzeugt. Wann über den Antrag der FDP beraten wird, ist noch ebenso offen wie die künftige Linienführung für den neuen Elektrobus.

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