Aachen: Streetart auf 53 Metern Wand

Kunst im öffentlichen Raum : Jetzt kommt Farbe an die Wand

Streetart in XXL: Auf einer 53 Meter langen Wand in Aachen entsteht ein 300 Quadratmeter großes Gemälde. Und das ist erst der Anfang.

Eine 53 Meter lange Wand unweit des Aachener Westparks: Auf ihr soll eine rund 300 Quadratmeter große Wandmalerei entstehen, zusammengesetzt aus Motiven, die auf Fotografien des Künstlers Noah Kauertz basieren. Seit knapp zwei Wochen arbeitet Kauertz zusammen mit dem Streetart-Künstler Benjamin Pfennings an der gigantischen Malerei gegenüber der Bleiberger Fabrik.

Als Fortführung der Ausstellung „Uns gehört die Stadt! Kids, Kunst und Krawall“ des Centre Charlemagne werden in den kommenden Wochen noch drei weitere Wandmalereien ähnlicher Größe entstehen. Myriam Kroll vom Centre Charlemagne erklärte, die Kunstaktion solle das Thema Jugendkultur und Streetart nachhaltig in einen öffentlichen Diskurs stellen. Darüber hinaus könne die Kunstform dieser meist illegal geschaffenen Malereien so auch außerhalb des Museums in legalem Rahmen zu mehr Bedeutung kommen.

Schön fürs Stadtbild

Aachen sei in diesen Belangen völlig unterrepräsentiert, findet auch Sibylle Keupen, Leiterin der Bleiberger Fabrik, die als Kooperationspartner des Kunstprojekts agiert. „Andere Städte haben eine Vielzahl an Wänden, die von Künstlern bemalt werden können“, erklärte Keupen. Solche Malereien verschönerten nicht nur das Stadtbild, sondern trügen außerdem maßgeblich zur Unterstützung der gesamten Kunstform bei. Schließlich ließe sich im legalen Rahmen deutlich besser arbeiten.

Auch Rolf Deubner, Geschäftsführer eines Bauunternehmens und Unterstützer des Projekts, freut sich über die Aktion. „Stadt ist ein Lebenskonzept, das nur funktioniert, wenn alle daran teilhaben“, sagte er und begründete so gleichzeitig sein Engagement. Als gebürtiger Aachener könne er solche Kunstaktionen im öffentlichen Raum nur unterstützen. Sie trügen dazu bei, ein bunteres und lebendigeres Stadtbild zu schaffen, und wirkten Verfall entgegen.

Auch Kauertz liegt die Verschönerung der Stadt am Herzen – der junge Maler, Kalligraph und Kunststudent hatte bereits vergangenes Jahr eine über 100 Quadratmeter große Malerei am Ostfriedhof verwirklicht. „Es ist unglaublich, wie positiv die Menschen auf solche Projekte reagieren – das ist einfach etwas Neues in Aachen“, erklärte Kauertz.

Etwas Neues sollte bereits die Jugendkultur-Ausstellung im Centre Charlemagne sein, um auch Jugendliche und Kinder für die Stadt und deren Kultur zu begeistern. Nun, da die Kunst Einzug im öffentlichen Raum hält, kann diese Begeisterung immer größere Kreise ziehen.