Aachen: „Aachen steht zusammen“: Philipp rechnet mit vielen Teilnehmern

Aachen : „Aachen steht zusammen“: Philipp rechnet mit vielen Teilnehmern

Mindestens zwei Leute müssen es schon sein, wenn Aachen am Sonntag „zusammensteht“. „Einer alleine kann ja das Transparent nicht halten“, scherzt Oberbürgermeister Marcel Philipp.

Sorgen, dass er beim demonstrativen Schulterschluss der verschiedenen Religionsgemeinschaften auf dem Katschhof alleine bleibt, hat er jedoch nicht. „Wir bekommen viele positive Rückmeldungen“, sagt der OB, in sozialen Netzwerken im Internet finde die Aktion großen Zuspruch.

Dabei kann Philipp selbst gar nicht genau sagen, welches Etikett zu der Veranstaltung am kommenden Sonntag passt. Demonstration, Gedenkstunde, Kundgebung, interreligiöser Dialog — Hauptsache, die Botschaft komme rüber, dass in Aachen „jede Form von Rassismus, Intoleranz und Gewalt“ unerwünscht ist.

Am Bild der „offenen und toleranten Stadt“ werden Vertreter der örtlichen Religionsgemeinschaften mitwirken. Sie treffen sich ohnehin am Sonntagnachmittag zum Friedensmahl im Alten Kurhaus. Danach marschieren sie ab 17.30 Uhr zum Katschhof, Begleitung ist ausdrücklich erwünscht. „Das macht den Dialog der Religionen, der da stattfindet, sichtbar“, findet der Oberbürgermeister.

Zwischen Dom und Rathaus sprechen dann Abdurrahman Kol von der Yunus-Emre-Moschee für die islamischen Gemeinden, Rabbiner Max Mordechai Bohrer für die jüdische Gemeinde und Superintendent Hans-Peter Bruckhoff vom Evangelischen Kirchenkreis für die christlichen Kirchen sprechen.

Auch der musikalische Rahmen ist weiter gefasst, es spielen der Aachener Manfred Leuchter und sein palästinensischer Berufskollege Mohamed Najem. Ebenfalls engagiert ist das Theater Aachen. Schauspielerin Katja Zinsmeister wird einen Text vortragen.

Und natürlich sind die Öcher selbst ein wichtiger Programmpunkt, sie sollen für Erleuchtung mittels Kerzen sorgen. „Tausend Kerzen werden wir auf dem Katschhof verteilen“, kündigt der OB an. Eigene Kerzen können auch mitgebracht werden, Fackeln aber aus Sicherheitsgründen nicht. Ausdrücklich unerwünscht sind Fahnen. „Das ist eine Gedenkstunde, die kann durchaus Spaß machen“, erklärt Philipp, „aber es ist keine Plattform zur Selbstdarstellung.“

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