Aachen: Stadt wird durch Wandmalerei bunter

Subkultur : Wandmalereien beleben die Farben der Stadt

Es ist ein Ort in Aachen, der recht versteckt liegt. Und doch wandern tagtäglich hunderte Menschen an ihm entlang. Es ist die Brücke an der Geschwister-Scholl-Straße. Sie liegt hinter dem Hauptgebäude der Technischen Hochschule und verbindet dieses mit dem neuen Hörsaalgebäude C.A.R.L..

Im Rahmen der Ausstellung „Uns gehört die Stadt! Kids, Kunst und Krawall“ des Centre Charlemagne soll hier nun eine große Wandmalerei entstehen. Vier der zehn teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler kommen aus Heerlen in den Niederlanden. So soll das Projekt nicht nur Straßenkunst fördern, sondern auch über die Grenzen des Stadtbezirks hinausreichen und einen euregionalen Dialog anstoßen.

Vier Wandmalereien sollen in Zusammenhang mit der zurückliegenden Ausstellung des Centre Charlemagne entstehen. Nach einem ersten Bild gegenüber der Bleiberger Fabrik folgt nun die Gemeinschaftsarbeit an der Geschwister-Scholl-Straße. Robert Kalthäuser, Projektleiter der Kunstaktion, erklärt, dass Figuren und Schriftzüge im Stil schwarz-weißer Tattoos entstehen. Inspiration dafür war eine Arbeit des niederländischen Künstlers Dave DeLeeuw, der auch am aktuellen Projekt in Aachen mitwirkt. „Jeder Künstler kann hier jedoch in seinem eigenen Stil arbeiten“, erläuterte Kalthäuser.
Eine der Künstlerinnen ist Yasja Ligtelijn aus Heerlen, eine Newcomerin der Szene. Sie sieht enormes Potenzial in Aachen – einer Stadt, die bis jetzt unterrepräsentiert ist, was legale Straßenkunst angeht. „In Aachen gäbe es viele Möglichkeiten“, sagte sie auf und verwies damit auf eine Vielzahl freier Wände. An einer Verschönerung dieser Wände mit kunstvoller Wandmalerei ist auch der städtische Fachbereich für Stadtentwicklung interessiert. „Streetart kann überall ausgesprochen gut funktionieren“, meint Boris Mehlkopf vom Fachbereich für Stadtentwicklung. Er möchte solche Kunstprojekte nutzen, um das Stadtbild gezielt zu verbessern. „Wir müssen hier einfach etwas verändern“, erklärte er – auch mit Blick auf die bislang triste Brücke an der Geschwister-Scholl-Straße.
Weitere Unterstützung erhält das Projekt auch durch Berndt Deubner, Inhaber eines Unternehmens für Baumaschinen. Er stellt Gerüste und Hebebühnen bereit, um den Künstlern zu helfen. „Ich finde, das ist eine wunderbare Entwicklung“, erklärte Deubner in Hinblick auf die nun aufkommenden Wandmalereien im Stadtgebiet. Es scheint, als sei Aachen in den Startlöchern, Kunst aus den Museen auf die Straße zu bringen und sich damit einen großen kulturellen Gefallen zu tun. Genug Ideen für eine buntere Stadt sind auf jeden Fall vorhanden.

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