Aachen: Spendenübergabe nach dem Benefizschwimmen

66.000 Bahnen in 14 Stunden : 100,5-Benefizschwimmen bringt willkommene Hilfe

1200 Sportbegeisterte haben am Benefizschwimmen des Radiosenders 100,5 teilgenommen und haben in 14 Stunden 66.000 Bahnen zurückgelegt. Der Erlös der Aktion ging nun an vier Einrichtungen, die sich um Kinder kümmern.

1200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer schwammen 66.000 Bahnen in 14 Stunden – das insgesamt fünfte Benefizschwimmen in der Ulla-Klinger-Halle konnte wahrlich als stattlicher Erfolg verbucht werden. Bürgermeisterin Margrethe Schmeer vermeldete im Weißen Saal des Rathauses sogar einen kleinen Rekord, denn es kamen in der 2019er-Auflage 3500 Bahnen mehr zusammen als im Vorjahr. Grund zum Strahlen hatten dabei vor allem die vier Empfänger der Spenden. Der Sponsor, die Aachener Bank, hatte den Erlös großzügig auf insgesamt 20.000 Euro aufgerundet.

Für den ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst in der Region Aachen nahmen Barbara Ebbing-Lennartz und Stefanie Lentz den Spendenscheck entgegen. „Der Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Lebensbegleitung der Kinder. Dafür können wir die Unterstützung gut gebrauchen“, bedankte sich Stefanie Lentz. Der Hospizdienst kümmert sich in der Region um Kinder und Jugendliche mit lebensverkürzenden Erkrankungen. Ehrenamtliche Mitarbeitende begleiten dabei die Familien im Alltag. Der Hospizdienst koordiniert die Einsätze, bringt Familien und Ehrenamtliche zusammen und bildet die ehrenamtlichen Mitarbeiter aus.

„5000 Euro bedeuten 5000 zusätzliche Pausenbrote, die wir an bedürftige Kinder verteilen können“, freute sich Andreas Palm von „Breakfast4kids“. Vor zehn Jahren gründete sich der Verein, um nicht nur den Hunger von bedürftigen Kindern zu stillen. „Kein Pausenbrot dabeizuhaben bedeutet auch Ausgrenzung“, sagt Achim Monnartz, der erste Vorsitzende des Vereins. 900 Kinder an 30 Schulen kommen in der Region in den Genuss eines Pausenbrotes, 180.000 Brote sind das pro Jahr.

Für den Kinderschutzbund Aachen sind die 5000 Euro „ein Segen zur richtigen Zeit“, wie Geschäftsführerin Andrea Weyer sagt. Das Geld soll dem Abenteuerspielplatz „Zum Kirschbäumchen“ zugute kommen. Der Spielplatz habe zur Zeit mit einem strukturellen Defizit zu kämpfen. „Wir sind froh, wenn wir die tägliche Arbeit schaffen“, so Weyer. Aufgeben wolle man den Spielplatz aber auf gar keinen Fall. Kinder aus ganz Aachen besuchen den Abenteuerspielplatz, ab dem Alter von fünf Jahren dürfen sie auch allein kommen, werden von pädagogischen Fachkräften betreut. Auch Jugendliche, die als Kinder den Spielplatz besucht haben, kommen, um bei Ferienspielen als ehrenamtliche Kräfte mitzuhelfen. „Das ist eine tolle nachhaltige Wirkung“, unterstreicht Andrea Weyer.

Letzter im Bunde ist die Stiftung Universitätsmedizin Aachen. Bei ihr soll die Spende in ein Projekt für Babys fließen, die mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte zur Welt kommen. „Diese Deformation tritt in Deutschland bei jedem 500. Baby auf“, erläutert Dr. Mathias Brandstädter. Bei dem Projekt werden die betroffenen Babys direkt nach der Geburt mit einem Nasoalveolar Molding (NAM) behandelt, einer Apparatur, die die Spaltenbildung vermindern hilft. Somit muss das Kind in der Folge nicht so oft operiert werden. Derzeit ist die NAM-Methode keine reguläre Kassenleistung. Hier setzt die Stiftung an: „Wir wollen genau dort einspringen, wo Lehre, Forschung und Versorgung keine guten Finanzierungsmöglichkeiten haben“, sagt Brandstädter.

Das Benefizschwimmen wird vom Radiosender 100,5 organisiert und durchgeführt. Unterstützung gibt es vom Fachbereich Sport der Stadt Aachen.*

*In einer alten Version des Textes hatten wir irrtümlicherweise berichtet, dass das Benefizschwimmen vom Fachbereich Sport der Stadt Aachen organisiert wird. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

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