Aachen: „Aachen Sozial”-Preis für Michael Nobis

Aachen: „Aachen Sozial”-Preis für Michael Nobis

Alles, was in Aachen öfter als drei Mal passiert, ist schon Tradition. Der Sozialpreis der Familienunternehmer und der Jungen Unternehmer wird bereits zum fünften Mal verliehen. Und ist schon deshalb Tradition.

Traditionell wird er seit seiner Geburtsstunde im Krönungssaal des Rathauses verliehen. In diesem Jahr ist das der 19. Mai. Das ist auch wieder ein Donnerstag.

Alles gleich also, nur der Preisträger wechselt jedes Jahr. In diesem Jahr wird der Bäcker Michael Nobis geehrt. Und der darf dann auch entscheiden, an welche bedürftige Einrichtung die 5000 Euro gehen, die mit dem Sozialpreis der Familienunternehmer und der Junioren (bis 40 Jahre) verbunden sind.

Hilfe für die Tafel

„Michael Nobis bietet sich geradezu durch sein soziales Engagement an. Da ist es doch kein Wunder, dass die Findungskomission ihn ausgesucht hat”, sagt Gabriele Mohn, die Chefin der Geschäftsleute.

Dauerhafte Hilfe erhalten von Nobis die Aachener Tafel, der Verein zur Wiedereingliederung psychisch und suchtkranker (Komo Aachen), das Caritas-Suchthilfeprojekt Feuervogel, „Breakfast4Kids” und das Ernährungsfördernetzwerk „Aachen macht satt”.

Kindertagesstätten und Grundschulen sowie auch das Josefshaus, die größte Offene Tagesstätte des Aachener Bistums, werden ebenfalls regelmäßig von Nobis bedacht.

Vor ein paar Wochen ist Michael Nobis gefragt worden, ob er den Preis annehmen will. Er meldete etwas Bedenkzeit an. „Wenn man solch eine Frage gestellt bekommt, dann überlegt man erst einmal, ob man dieses Preises denn auch würdig ist.

Was leistet man, dass jemand wie die Familienunternehmer auf einen aufmerksam werden? Und tun andere Menschen nicht auch viel Gutes?”, waren seine erste Gedanken.

Der 46-jährige Bäckermeister und Betriebswirt leitet das im Jahr 1858 gegründete Familienunternehmen mit seiner Frau Jutta und seinem Cousin Heiner Nobis in mittlerweile vierter Generation.

Schervier-Taler

Michael Nobis will nicht nur da helfen, wo die Basis für ein normales Leben fehlt, sondern auch seine Kundschaft dafür begeistern. Deshalb führte er den „Schervier-Taler” ein, der für 50 Cent in den Innenstadt-Bäckereien erhältlich ist und dann Obdachlosen anstelle einer Münze gegeben werden kann.

Die bekommen dafür ein Frühstück oder eine warme Mahlzeit bei den Schervierschwestern im Kloster Kleinmarschierstraße. „Schon unser Kerngeschäft, das Brot, motiviert uns täglich, Menschen in Not zu helfen”, sagt Nobis.

Auch Vorbild sein

Für ihn steht im Vordergrund, ein gesundes Unternehmen zu leiten und zusätzlich auch ein Vorbild zu sein. „Deshalb nehme ich den Preis stellvertretend auch für meine rund 380 Mitarbeiter an.”

Familienunternehmensvorsitzende Gabriele Mohné war denn auch voll des Lobes: „Wir sind stolz, Michael Nobis als Preisträger gewonnen zu haben.”

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