Aachen: Sinfonieorchester zu Gast an der RWTH

Konzert in der Reihe „Music Lab“ : „Herzrasen“: Sinfonieorchester spielt bei den Medizinern

„Herzrasen“ ist der Titel für die nächste Runde des „Music Lab“, der Kooperation von RWTH Aachen und dem Sinfonieorchester Aachen.

Music Lab, das klingt nach Forschung und Wissenschaft, aber was ist das eigentlich? Im „Wissenschaftsjahr 2016“ entstand die Idee, die oft verschlossenen Räumlichkeiten der RWTH der Aachener Öffentlichkeit zugänglich zu machen und ihre Architektur in einem ungewöhnlichen Rahmen zu erleben. Musik verbindet Menschen, Musik verbindet sich selbst ganz ohne großes Aufhebens mit verschiedenen wissenschaftlichen Zweigen, das haben das Sinfonieorchester und die RWTH in den vergangenen Jahren im Institut für Kraftfahrzeuge, im Werkzeugmaschinenlabor und im Leibniz-Institut für Interaktive Materialien gezeigt.

Als nächstes sind die Mediziner im noch nicht einmal eröffneten „CT²“ dran, einem Gebäude, das es in sich hat. Fast am Ende der For­cken­beckstraße erhebt es sich majestätisch-quadratisch. Die große, umrahmte Glasfront ist symbolisch transparent, und im Inneren des Gebäudes befinden sich ein Lehr- und Fortbildungszentrum für angehende aber auch ausgebildete Ärzte und Rettungssanitäter.

Der Raum, in dem am Samstag, 13. Oktober, ab 20 Uhr Ludwig van Beethoven, Jörg Widmann und Rodion Schtschedrin zu hören sind, ist ein voll ausgestatteter Multifunktionssaal, in dem nicht nur Präsentationen und Vorlesungen stattfinden können, sondern auch Rettungsübungen inklusive Krankenwagen.

Und nur wenige Meter davon entfernt wird es fast ein bisschen gruselig, denn das Gebäude verfügt auch über einen Demo-Operationssaal, in dem Ärzte und Ärztinnen an Körperspendern chirurgische Eingriffe üben können.

Für Christopher Ward, neuer Generalmusikdirektor des Theaters, ist es das erste Konzert in der Reihe. Für ihn ist es eine „ungewöhnliche Erfahrung“, die er aber nicht scheut. Die Ideen sprießen nur so: So soll das Orchester nicht frontal zum Publikum sitzen, sondern in der Mitte des Raumes, eine akustische und visuelle Darstellung soll in das Thema einführen.

Und die Verbindung zur wissenschaftlichen Disziplin ist schnell hergestellt: Das auch große Komponisten wie Beethoven an schweren Krankheiten litten, ist wohlbekannt. Doch bei Beethoven war es nicht nur seine Taubheit, sondern auch eine Herzrhythmusstörung. Diese lässt sich wohl auch in seiner Musik – vor allem in der rhythmischen Ausgestaltungen – finden.

Die Moderation des Abends übernimmt Prof. René H. Tolba, der auch für das Gebäude selbst verantwortlich ist. Es wird eine Einführung in die Musik geben, geplant ist auch ein kurzer Vortrag eines Kardiologen.

Neu: Musik im Depot

Auch möchte das Theater die Gelegenheit nutzen, auf einen neue Reihe aufmerksam zu machen. Im Aachener Norden, im ehemaligen Straßenbahndepot in der Talstraße, soll es in Zukunft in der Reihe „Classic Lounge – Radical Vibes“ ebenfalls Konzerte geben, die Musik und Wissenschaft verbinden; der Titel des ersten Konzerts lautet „Interstellare Höhenflüge“ und wird am 30. November stattfinden.

Mehr von Aachener Nachrichten