Aachen: „Señor Torpedo“ und Hellmut Hattler im Kennedypark

Platzregen verzögert Konzert : Ein „Parkrauschen“ der Extraklasse

Erst rauschte der Regen, dann konnte das „Parkrauschen“ im Kennedypark mit Verspätung mit Verspätung doch noch starten. „Señor Torpedo“ und Hellmut Hattler samt Band begeisterten das Publikum.

„Vor einer halben Stunde haben wir noch geglaubt, es wird ein einsames Konzert hier“, sagte Timo von Wirth (Percussion) und schaute vorsichtshalber noch einmal in den Himmel. Doch der war blau und nahezu ungetrübt. Das heftige Gewitter hatte sich endgültig verzogen. Auf der Bühne nahmen die Musiker der Aachener Band „Señor Torpedo“ also ihre Instrumente in die Hand und begannen mit fast einstündiger Verspätung ihr Programm. „Danke, dass ihr trotzdem rausgekommen seid“, meinte von Wirth dann noch mit Blick auf den heftigen Platzregen. Und tatsächlich sah es kurz zuvor nicht so aus, als könnte das „Parkrauschen“ im Kennedypark in diesem Jahr überhaupt über die Bühne gehen.

Aber während der Wind die letzten Regentropfen aus den Bäumen blies und über dem Publikum versprühte, sorgte „Señor Torpedo“ mit Sängerin Stephanie Zamagna und Sänger Klaus Niessen für ein „Parkrauschen der Extraklasse“. Mit ihrem „unkonventionellem Mix aus knarzenden Elektro-Bässen, vielen Beats und modernen Sounds“ fesselten sie ihr Publikum in Windeseile.

„Kommt ruhig näher“, forderte der Mann an den Percussion das Publikum wenig später auf. Er musste nicht lange bitten, und schon hatten sich die ersten Tänzer vor der Bühne eingefunden. Insgesamt bot das kleine Auditorium im Kennedypark den perfekten Rahmen für dieses musikalische Rauschen. Und als die Band dann schneller als geplant die Instrumente wieder beiseitelegte, ging ein bedauerndes Murren durch die Reihen. Doch der verspätete Beginn wegen des Gewitters forderte jetzt seinen Tribut.

Und dann ging es ja schließlich auch noch weiter: Und zwar mit dem legendären Hellmut Hattler und seiner Band. Als die Musiker nach dem Bühnenumbau dann endlich loslegten, hatte sich das Auditorium in der Zwischenzeit weiter gefüllt: Wer einen Sitzplatz ergattert hatte, blieb sitzen, alle anderen gruppierten sich außen herum. So um die 800 Besucher mögen es gewesen sein. Viele kamen erst, um diese zweite Band zu sehen.

Der Bassist Hellmut Hattler war in den 1970er Jahren mit der Gruppe „Kraan“ eine feste Größe in der Jazzrock-Szene und hat auch danach noch vielen anderen Bands seinen Stempel aufgedrückt. Aber auch wenn die Musik der Band als durchaus tanzbar gilt, hielten sich die Zuhörer lange zurück. Dicht gedrängt standen sie vor der Bühne, um auch nichts vom Auftritt der Band mit Jazz-Sängerin Fola Dada zu verpassen. Und während auf der Bühne gerockt und gejazzt wurde, füllte sich auch der Rasen des Kennedyparks mit Leben. Begleitet von den rockigen Jazzklängen ließ es sich offensichtlich auch vortrefflich Fußball spielen.

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