Aachen: Schulen erhalten Bonus für die IT-Ausstattung

Bonussystem für die Computerausstattung : Schulen, die aufs Tempo drücken, werden belohnt

Schulen, die noch im laufenden Schuljahr ein genehmigtes Medienkonzept vorweisen können, erhalten mehr Geld für die IT-Ausstattung. Das hat der städtische Schulausschuss beschlossen.

Was nutzt das schönste Medienkonzept, wenn man es nicht vernünftig umsetzen kann? Aachener Schulen, die bereits in diesem Schuljahr ein Konzept für den Einsatz digitaler Medien vorgelegt haben oder noch vorlegen, sollen zusätzliches Geld für ihre Computerausstattung erhalten. Das hat der städtische Schulausschuss auf Antrag der großen Koalition aus CDU und SPD beschlossen. Die Politik will mit diesem Bonussystem die digitale Ausstattung der Schulen zumindest ein wenig beschleunigen und Frust abbauen.

Schulen, die bis Ende des Schuljahres 2018/19 ihr Medienkonzept einreichen und das ohne „gravierende Änderungen“ genehmigt bekommen, erhalten pro Zug 2000 Euro zusätzlich. Eine fünfzügige Schule mit fünf Klassen pro Jahrgang kann demnach mit 10.000 Euro rechnen. Schulen die ihr Medienkonzept bis Ende 2019/20 einreichen, sollen immerhin noch 1000 Euro pro Zug bekommen. Die notwendigen Mittel sollen im städtischen Etat 2019 eingestellt werden. Mit dem Bonus können die Schulen Geräte anschaffen, installieren oder warten lassen.

Durch das Bonussystem sollen Schulen mit fertigem Medienkonzept zu Computern und Präsentationstechnik kommen, die sonst länger darauf warten müssten. Denn so sehr die Stadt die Digitalisierung ihrer Schulen vorantreiben möchte: Die IT-Ausstattung läuft weiterhin nach festgelegten Intervallen ab. Seit 2011 werden die städtischen Schulen regelmäßig mit neuer IT-Hardware ausgestattet. „Die zeitlichen Intervalle orientieren sich an den Einsatzzeiten der Rechner in der Stadtverwaltung Aachen“, heißt es in der Verwaltungsvorlage für den Schulausschuss. Diese Einsatzzeit beträgt mittlerweile sechs Jahre. Am meisten ausgebremst von der Intervall-Regelung werden derzeit die städtischen Gymnasien. Sie bekamen zuletzt 2015/16 neue Geräte. Die nächste IT-Ausstattungsrunde ist also erst 2021/22 fällig. Alle anderen Schulen sollen bis Ende 2019 mit neuer IT-Hardware versorgt werden. Die Grundschulen bekommen allerdings keine neuen Geräte, sondern gebrauchte Rechner aus der Verwaltung. Für die verwendete Lernsoftware in den Grundschulen reiche die Rechnerleistung aus, heißt es.

Mehr Flexibilität

Im Schulausschuss herrschte Einigkeit: Die Digitalisierung der Schulen ist eine derart große neue Aufgabe, dass die alten Verwaltungsstrukturen nicht mehr funktionieren. Das neue Bonussystem soll hier zumindest etwas mehr Flexibilität ermöglichen. Allerdings ist die Sache nicht so gedacht, dass die Schulen mit ihrem Bonusgeld in den nächsten Elektronikmarkt laufen und den Einkaufswagen vollpacken. Die Beschaffung der Hardware soll auch weiterhin über die Stadt laufen, damit alle Geräte einer Schule auch zusammenpassen.

22 der 59 städtischen Schulen, hieß es im Schulausschuss, hätten bereits ein Medienkonzept vorgelegt. Sie dürften auf jeden Fall von der neuen Bonusregelung profitieren.

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