Aachen: Rund 220 Ministranten aus dem Bistum unterwegs in der Stadt

Aktionstag : In 72 Minuten die Welt etwas schöner machen

Leute ansprechen und sie glücklich machen, das gefiel den Ministrantinnen und Ministranten sehr gut. Und sie stellten fest, dass sich die Welt in 72 Minuten in der Tat ein bisschen besser machen lässt. So geschehen beim Aktionstag in der Aachener Innenstadt am Dienstag.

„Die Polizisten jedenfalls haben sich über die Printen sehr gefreut“, meinte Tom Storms (9) aus Erkelenz. Er und seine Begleiter versuchten , eine „Seifenblase zu transportieren, um die Passanten damit glücklich zu machen“. Rund 220 Ministrantinnen und Ministranten aus dem gesamten Bistum Aachen waren am Dienstag in der Innenstadt unterwegs, um den Menschen eine Freude zu bereiten. Und die Jungen und Mädchen waren mit Begeisterung bei der Sache.

Schon morgens hatten sie sich gemeinsam mit Bischof Helmut Dieser zum Pontifikalamt im Dom getroffen. Dort erlebten sie im Rahmen der Chrisammesse die Weihe der heiligen Öle, mit denen Christen bei der Taufe und bei der Firmung gesalbt werden. Anschließend bekamen die Jungen und Mädchen bei der Aktion „72 Minuten Gutes tun“ die Chance, in Aachen aktiv zu werden. Denn laut Koordinator Jonas Zechner müssen es nicht immer gleich 72 Stunden sein, um gute Ideen in die Tat umzusetzen. Im kommenden Mai werden voraussichtlich wieder Hunderttausende von Jugendlichen in ganz Deutschland unterwegs zu sein, um bei der 72-Stunden-Aktion Gutes zu tun. In Anlehnung an dieses Angebot machten sich die Ministranten jetzt in Aachen 72 Minuten auf den Weg. Das Bistum hatte diesen Tag in Kooperation mit den „Armen Schwestern vom heiligen Franziskus“ organisiert.

Nach einer kleinen Einführung in der Klosterkapelle der Schervier-Schwestern in der Kleinmarschierstraße schwärmten die Jungen und Mädchen schließlich aus und postieren sich an verschiedenen Orten der Innenstadt. Emilie Ritter (12) und ihr zehnjähriger Bruder Jonas malten gemeinsam mit ihrer Gruppe aus Erkelenz ein „Herz für die Menschen“ auf den Asphalt und befragten die Passanten am Münsterplatz nach ihren Lieblingsplätzen in Aachen. Wie alle anderen Gruppen auch hatten sie eine Tasche mit allerlei buntem Inhalt bekommen, um die Menschen glücklich machen zu können, darunter eine Liste mit entsprechenden Vorschlägen, Malkreide und Gummibärchen.

Bischof Helmut Dieser weihte im Dom die Heiligen Öle, die während des Jahres verwendet werden. Foto: Bistum Aachen/Andreas Steindl/Andreas Steindl

Julia Schramm (11) und ihre Gruppe waren unterwegs, um die Taxifahrer am Theaterplatz mit Gummibärchen zu beschenken. „Es macht Spaß, den Leuten eine Freude zu bereiten“, erzählten sie. Und dabei nahmen sie auch in Kauf, dass der ein oder andere Passant keine Zeit für Gespräche hat oder einfach nur kein Deutsch spricht. Aber allen war die Freude über diesen Tag anzusehen. Eine Gruppe aus Krefeld hielt sich vor dem Dom auf und nutzte die Zeit, um die Stadt ein bisschen besser kennenzulernen.  „Wir machen uns heute selber eine Freude“, sagten sie.

Nach 72 Minuten fanden sich schließlich alle wieder in der Klosterkapelle der Schervier-Schwestern ein, um ihre Erfahrungen auszutauschen. Gerade für die Gruppen aus entfernteren Orten wie Krefeld oder Grefrath, Kreis Viersen, scheint dieser Ausflug nach Aachen ein kleines Abenteuer zu sein. Und allen gefiel die Domstadt Aachen offensichtlich sehr gut.

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