Aachen: Rufbus-System kommt in deutlich abgespeckter Form

Im Aachener Süden: Der Netliner als Pendelbus

Der Netliner lebt – so gerade noch. Und er soll weiterrollen, auch nach dem Fahrplanwechsel am 9. Juni. Das bedarfsorientierte Rufbus-System für den Aachener Süden soll dann allerdings in einer abgespeckten Version als Pendelbus mit kleiner Erweiterungsoption angeboten werden.

Dieses Modell, das Verwaltung und Aseag erarbeitet haben, wurde jetzt in der Bezirksvertretung Kornelimünster/Walheim vorstellt. Beschlossen werden alle Fahrplanmaßnahmen, die ab Juni 2019 gelten, am 21. Februar im Mobilitätsausschuss.

Flexibel wie ein Taxi, preisgünstig wie ein Linienbus: So wurde der Netliner vor seiner geplanten Einführung im Aachener Süden beworben. Der Kleinbus sollte im Gebiet zwischen Lichtenbusch, Sief, Schmithof, Schleckheim-Kapelle und Walheim in Rufbereitschaft touren und in nachfragearmen Tageszeiten Linienbusse ersetzen, die oft fast leer unterwegs sind. Das Konzept: Der Fahrgast registriert sich bei der Aseag und bucht den Netliner bei Bedarf telefonisch oder übers Internet, um sich zu einer Haltestelle seiner Wahl im Netliner-Gebiet bringen zu lassen. Von dort fährt er auf dem Liniennetz der Aseag weiter.

Im Aachener Süden gab es allerdings von Anfang an massive Vorbehalte gegen den Netliner. Bus-Nutzer befürchteten, dass für den Netliner Linienfahrten gestrichen würden. Die Einführung, die bereits für Dezember 2017 geplant war, wurde angesichts des Widerstands zunächst verschoben. Auch eine dreimonatige Testphase an Samstagen und Sonntagen im vergangenen Herbst fand nur äußerst schwache Resonanz. Ein paar Erkenntnisse gab es aber doch. So wurde der Pendelbus (auf der Linie 16), der sonntags stündlich auf der Route Schleckheim, Nütheim, Walheim, Schmithof, Sief unterwegs ist, im Durchschnitt von rund 150 Fahrgästen genutzt, allerdings vor allem zwischen Schleckheim und Walheim.

Deshalb soll der Netliner künftig am Wochenende stündlich als Pendelbus auf der Linie 16 zwischen Schleckheim-Kapelle und Walheim-Hasbach verkehren. „Wer dann weiter in Richtung Schmithof oder Sief möchte, muss das nur beim Fahrer anmelden“, erklärte eine Aseag-Vertreterin den Bezirksvertretern. „Ansonsten macht der Fahrer in Walheim-Hasbach Schluss.“ Wer in die andere Richtung aus Sief und Schmithof zur Linie 16 fahren möchte, muss diese Fahrt mit dem Netliner allerdings im Voraus übers Internet oder Telefon reservieren.

Man könne den Netliner auch weiterhin etwa für Fahrten zum Hospiz am Iterbach nutzen, hieß es in der Bezirksvertretung. Friesenrath allerdings oder das Freizeitgelände in Walheim sind als Ziele künftig nicht mehr vorgesehen. Dafür würde die Zeit zwischen den stündlichen Pendelfahrten auf der Linie 16 nicht reichen. Zu diesen Zielen wollte aber auch während der Testphase kein einziger der wenigen Fahrgäste gebracht werden.

Die Bezirksvertreter in Kornelimünster zeigten sich erfreut, dass die Linie 16 am Wochenende erhalten bleiben soll. Der Netliner könne auch mithelfen, dass große Busse nicht fast leer durch den Bezirk fahren müssen.

Derzeit fährt der Pendelbus samstags, sonntags und an Feiertagen von Schleckheim Kapelle bis Sief. Nach dem Fahrplanwechsel am 9. Juni wird er dann samstags und sonntags (auch feiertags) als Pendelbus nur bis Walheim-Hasbach fahren und von dort bei Bedarf bis Sief als Rufbus.

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