Aachen: Politik streitet über Flächenkonzept des Weihnachtsmarkts

Elisengarten : Die „Hütte 16“ macht der Politik auch im Frühling zu schaffen

Die Sonderstellung auf dem Weihnachtsmarkt hat der „Hütte 16“ einen Bekanntheitsgrad verschafft, der für seinen Betreiber, den Edelfleischer Rolf Gerrards, vermutlich Fluch und Segen zugleich ist. In diesen Tagen, gut sieben Monate vor Beginn des nächsten Weihnachtsmarkts, beschäftigten sich die Aachener Politiker einmal mehr mit dem umstrittenen Standort der Hütte im Elisengarten.

Unpassend und falsch finden vor allem die Grünen den Platz im Elisengarten, der mit seinem empfindlichen Rasen doch eher geschützt als weiter belastet werden sollte. Warum also kriegt ein einzelner Budenbeschicker eine Extrawurst, während sich alle anderen mit dem üblichen Platz rund um Dom und Rathaus begnügen müssen, wunderten sich die Grünen, die schon 2017 beantragt haben, den Weihnachtsmarkt weiterhin und ausschließlich auf Markt, Katschhof und Münsterplatz zu beschränken.

Gut anderthalb Jahre später ist immer noch unklar, ob sie für diesen Vorstoß eine Mehrheit finden, denn eine Entscheidung zum „Flächenkonzept Weihnachtsmarkt“ und zum künftigen Standort der „Hütte 16“ wurde am Dienstag im Wohnungs- und Liegenschaftsausschuss erneut verschoben.

Unklar bleibt allerdings auch die Haltung der Verwaltung zur Hütte, die zwar für dieses Jahr erneut eine „Nutzungsvereinbarung über eine ca. 100 Quadratmeter große Teilfläche des Elisengartens“ mit dem Veranstalter Märkte und Aktionskreis City (MAC) abschließen wollte, die aber für das Folgejahr 2020 wieder alles offen ließ. Dann nämlich soll der arg mitgenommene Elisengarten generalüberholt werden. Danach müsse entschieden werden, ob und wie Aachens einzige größere Grünanlage in der Innenstadt künftig geschützt werden soll. Denkbar, dass sie dann für Veranstaltungen aller Art zur Tabuzone erklärt wird.

Dies würde dann auch den Konzertreigen „September Special“ betreffen, der den Garten ebenfalls regelmäßig arg mitnimmt, wie CDU-Fraktionschef Harald Baal ausführte. Er machte deutlich, sich mit einer neuerlichen „einmaligen“ Ausnahmegenehmigung für den Aufbau der „Hütte 16“ in der Nähe des Geldbrunnens einverstanden erklären zu können. Zu einem endgültigen Ja aber konnten sich die Politiker insgesamt noch nicht durchringen.

Vor allem Grüne und Linke drängen darauf, für die Hütte 16 schon in diesem Jahr einen Standplatz auf dem Münsterplatz zu finden. Notfalls müsse sich dort halt der Gastronom Alwin Fiebus mit seinem Hexenhof etwas einschränken, finden sie. Befürworter gibt es dafür auch innerhalb der SPD. Baal gab jedoch zu bedenken, dass nicht die Stadt, sondern der MAC über die Platzaufteilung entscheide.

Einigkeit war vorerst nicht herzustellen, die Entscheidung wurde vertagt. Was Gerrards darüber denkt, war zunächst nicht zu erfahren. Unterdessen betonten die Grünen, dass ihr Vorstoß nichts mit ihm persönlich zu tun habe. Im Gegenteil: „Wir schätzen das Angebot und die Qualität der Hütte“, so Sebastian Breuer.

(gei)
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