Aachen: Politik diskutiert über Nutzungsoptionen für Hauptschulgebäude

Mögliche Verlagerung der Grundschule Michaelsbergstraße : 2021 könnte der Umzug anstehen

Um Platz für einen Neubau des Schwertbads zu machen, soll die Grundschule Michaelsbergstraße in das Gebäude der Hauptschule Burtscheid ziehen. Das ist zumindest eine Option für die Nutzung des Gebäudes an der Malmedyer Straße, über die die Schulpolitiker am 4. April im Schulausschuss diskutieren werden.

Den Termin am späten Nachmittag des 4. Aprils hat sich Nico Dreher schon im Kalender vorgemerkt: Im Verwaltungsgebäude an der Mozartstraße wird der Vorsitzende der Schulpflegschaft der Grundschule Michaelsbergstraße dann aufmerksam den Ausführungen der Schulpolitiker lauschen. Schließlich steht an diesem Tag abermals die Zukunft des Grundschule Michaelsbergstraße auf der Tagesordnung des Schulausschusses. Zumindest eine mögliche Option für diese Zukunft. Und Nico Dreher hofft, dass er an diesem Abend den Sitzungssaal deutlich versöhnlicher verlassen wird als das noch im Herbst 2017 der Fall war. Damals hatte die Politik einen Erweiterungsbau für die katholische Grundschule beschlossen – gegen den Willen der Elternvertreter.

Über einen Neubau für die Grundschüler, die dringend mehr Platz benötigen, werden die Schulpolitiker indes nicht diskutieren. Stattdessen stehen die Zeichen auf Umzug. Schon Ende November wurde im Ausschuss über einen möglichen Standortwechsel von der Michaelsbergstraße in das Gebäude der Hauptschule Burtscheid an der Malmedyer Straße debattiert – damals noch hinter verschlossenen Türen. Mittlerweile ist Bewegung in die Sache gekommen. Schließlich soll mit dem Umzug der Grundschule auch die langfristige Rettung des Kurwesens in Burtscheid besiegelt werden – mit einem Neubau des Schwertbads.

Möglich wäre ein Umzug der Grundschule ins Gebäude der Hauptschule laut Verwaltung im Sommer 2021. Da die Hauptschule „auslaufend“ geschlossen wird, werden dann voraussichtlich noch sechs Klassen mit insgesamt 93 Hauptschülern das Gebäude nutzen. Im Folgejahr wird sich ihre Anzahl auf drei Klassen und knapp 50 Schüler verringern. Mit „entsprechenden baulichen Anpassungen“ der Räume könnte die Grundschule somit zum Schuljahr 2021/22 den Altbau der Hauptschule beziehen, wie der Verwaltungsvorlage zu entnehmen ist. „Die Hauptschule selber könnte dann einschließlich ihrer Verwaltung in den Neubau umziehen und würde im Altbau weiterhin die dort befindlichen Fachunterrichtsräume (Physik/Werken/Hauswirtschaft) über einen Nebeneingang nutzen.“ Ebenfalls im Neubau werden zudem Schüler der Käthe-Kollwitz-Schule unterrichtet, aktuell in zwei, dauerhaft jedoch in drei Kursräumen. Langfristig könnten es bei Bedarf auch noch mehr werden.

Während die Grundschule „dem Umzug positiv gegenübersteht“, wie Schulleiterin Gisela Boing auf Anfrage mitteilt, werden auf Seiten der Elternschaft auch Bedenken geäußert. Dass sich Sechs- bis Zehnjährige dasselbe Grundstück und zum Teil dasselbe Gebäude mit Jugendlichen ab 16 Jahren teilen sollen, werde von vielen „sehr kritisch gesehen“, betont Nico Dreher – und zwar ganz unabhängig von der Schulform.

Davon abgesehen zeigt sich der Vorsitzende der Schulpflegschaft durchaus optimistisch, dass man eine gute Lösung finden könne: „Wir haben ein deutlich besseres Gefühl, was die Kommunikation mit Politik und Verwaltung angeht“, sagt Dreher mit Blick auf die seinerzeit hitzige Diskussion um den Anbau an der Michaelsbergstraße, die laut dem Elternvertreter „aus dem Ruder gelaufen“ sei. Das laufe nun besser. So fand im Januar ein Gespräch zwischen der Verwaltung und der Schulpflegschaft statt, an dem neben der Schulleitung und einzelnen Lehrerinnen insgesamt 18 Elternvertreter teilnahmen. Darüber hinaus habe die Schulpflegschaft mit Vertretern fast aller Fraktionen Gespräche geführt.

Sollte die KGS Michaelsbergstraße doch nicht in das Gebäude an der Malmedyer Straße ziehen, hat die Verwaltung bereits alternative Nutzungsmöglichkeiten geprüft. So wäre etwa eine gemeinsame Unterbringung der Oberstufen des Einhard-Gymnasiums und des Rhein-Maas-Gymnasiums denkbar. Mit der Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren werden an den Schulen spätestens im Jahr 2026 zusätzliche Räume benötigt. Nach Berechnungen der Verwaltung geht es um insgesamt 29 Kurse mit jeweils knapp 20 Schülern. Eine Verlagerung der Aachener Dependancen der Abendrealschule und des Abendgymnasiums bewertet die Verwaltung indes derzeit als „nicht zielführend“, da nicht absehbar sei, ob die Schülerzahlen dafür ausreichend sein werden.

Mit einem Beschluss müssen die Elternvertreter der Grundschule Michaelsbergstraße am 4. April indes noch nicht rechnen. Der Schulausschuss wird die Ausführungen der Verwaltung lediglich zur Kenntnis nehmen. Nico Dreher wird aber dennoch aufmerksam lauschen, was die Schulpolitiker zu den verschiedenen Optionen zu sagen haben.

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