Aachen: Aachen pflegt Städtepartnerschaften auch außerhalb Europas

Aachen : Aachen pflegt Städtepartnerschaften auch außerhalb Europas

„Es ist ein außergewöhnlicher Erfolg, dass Aachen 40 Prozent seiner Städtepartnerschaften außerhalb von Europa pflegt“, betont Gabriele Schütz-Lembach, die sich unter anderem in die Agenda- 21—Partnerschaft Aachen—Kapstadt einbringt.

Gemeinsam mit Stefanie Luczak, der Vorsitzenden des Bürgerkomitees Aachen-Naumburg, und Raphaela Kell, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Politische Wissenschaft (IPW) im Bereich Internationale Beziehungen, organisierte sie jetzt eine Diskussionsveranstaltung. Vertreter der zehn Aachener Städtepartnerschaften kamen zusammen.

Von den internationalen Kontakten ist Kapstadt die jüngste Städtepartnerschaft. Darüber hinaus gibt es neben den europäischen Verbindungen nach Halifax, Reims, Toledo, Naumburg und Montebourg freundschaftliche Bande nach Arlington in den USA, Ningbo in China und Kostroma in Russland, sowie Sariyer in der Nähe der türkischen Hauptstadt Istanbul.

„Sariyer nimmt an der Grenze zwischen zwei Kontinenten noch einmal eine Sonderrolle ein. Wir denken, dass das Thema ‚global denken, lokal handeln‘ Städtepartnerschaften für junge Leute attraktiv machen kann. Unser Wunsch ist, dass sich die einzelnen Komitees und Vereine überlegen, wie sie sich untereinander vernetzen und eine breitere Bevölkerung ansprechen können“, betonte Schütz-Lembach.

Für die Stadt Aachen nahmen Bürgermeisterin Hilde Scheidt und Protokollchefin Claudia Wellen an der Veranstaltung teil. „Die Reisen und Austauschangebote in Gastfamilien bieten authentische Erfahrungen jenseits von Urlaubsreisen“, betonte Referent Kai Pfundheller aus Düsseldorf.

Er hielt ein Grundsatzreferat über Städtepartnerschaften auf lokaler Ebene, beleuchtete die Veränderungen seit ihrer Entstehung und aktuelle Herausforderungen sowie Ursachen dafür, dass Partnerschaftsvereine wenig junge Leute ansprechen. Von Seiten des Jumelage-Komitees Aachen-Walheim-Montebourg wurde beispielsweise konkret die Konkurrenz mit Ferienfahrten für Schüler benannt.

Ein weiterer Grund, weshalb der Austausch nicht immer so lebendig ist wie bei der deutsch-deutschen Partnerschaft mit Naumburg, sind die hohen Entfernungen und Reisekosten, beispielsweise ins russische Kostroma. „Hier braucht es gerade für junge Menschen Stipendien oder ähnliche Unterstützung“, betonte Schütz-Lembach.

Moderatorin Raphaela Kell vom IPW ging den Fragen nach, wie nachhaltig die Aktivitäten der Partnerschaftsvereine sind. Insbesondere, was den Austausch mit Kapstadt betrifft, gehe es um umweltpolitische Aspekte.

Gäste aus Kapstadt

Ron-Roger Breuer berichtete zusammen mit Eddie Scott über die Erfahrungen in Kapstadt. Am heutigen Donnerstag begrüßt Oberbürgermeister Marcel Philipp eine Gruppe von Verwaltungsmitarbeitern aus Südafrika, die derzeit zu Gast in der Aachener Verwaltung ist. „Im Rahmen des Austauschprojekts kommunale Entwicklungszusammenarbeit sind die Stadt- und Verkehrsplaner sowie Vertreter einer Garten-Initiative aus Kapstadt in der Stadt.

Sie werden mit den Aachener Kollegen verschiedene Aspekte der Nachhaltigen Stadtplanung erörtern“, erklärte Schütz-Lembach. Mobilität, Grün in der Stadt, Planungsstrategien, Stadtklima sowie Sauberkeit und Sicherheit in beiden Städten sind Thema. Den roten Faden bilden die Einblicke, die die Aachener Kollegen bei ihrem Besuch im November in Kapstadt gewonnen haben.

„Wir möchten in Zukunft regelmäßig den Austausch der Partnerschaftskomitees und -vereine pflegen und die Kooperation weiter vorantreiben“, betonte Stefanie Luczak vom Partnerschaftskomitee Aachen-Naumburg.

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