Aachen: Parteienzwist um Erweiterung des Weihnachtsmarktes

Elisengarten : An der „Hütte 16“ scheiden sich die Geister

Im Grunde geht es um die prinzipielle Frage, wie viel Eventcharakter der Aachener Elisengarten verträgt. Aktuell wird erneut um die Frage gestritten, ob der Weihnachtsmarkt in die Hartmannstraße hinein erweitert werden soll.

Es gibt Namen, die haben das Zeug, auf ewig im Aachener Sprachschatz dokumentiert zu werden. „Hütte 16“ ist so eine Bezeichnung. Dabei handelt es sich im Prinzip nicht um mehr als eine Bretterbude mit Vorbau. Aber diese „Hütte 16“ ist seit einiger Zeit Synonym für die Frage, wie viel Event die Innenstadt im Allgemeinen und der Elisenbrunnen im Speziellen verträgt. Alle Jahre wieder... Auch 2019 scheiden sich an dem Weihnachtsmarktstand von Fleischer Rolf Gerrards die Geister.

Geht es nach der Verwaltung, so darf das ursprünglich rund um Dom und Rathaus angesiedelte Weihnachtstreiben wieder eine Ausweitung bis in die Hartmannstraße erfahren. Dem Wohnungs- und Liegenschaftsausschuss (Dienstag, 24. September, 17 Uhr, Saal 170, Verwaltungsgebäude Lagerhausstraße) liegt ein Beschluss zur „Vergabe einer Teilfläche des Elisengartens an den Märkte und Aktionskreis City“ vor. Direkt neben dem Geldbrunnen soll ein 100 Quadratmeter großes Areal reserviert werden, um der „Hütte 16“ Heimat zu bieten. CDU und SPD haben als Ratsmehrheit schon signalisiert, die Angelegenheit zu genehmigen. „Für dieses Jahr ist das angemessen“, sagt Norbert Plum (SPD); die CDU hält die Lösung laut Fraktionsvorsitzendem Harald Baal „für einen „guten Abschluss des Marktes an dieser Stelle“.

So soll die „Hütte 16“ beim diesjährigen Weihnachtsmarkt aussehen. Foto: grafik

So weit, so gut. Oder doch nicht? Die Grünen im Rat, die schon im vergangenen Jahr mächtig gegen Holzbauten im Elisengarten zu Felde zogen, lassen auch 2019 nicht locker. Für sie ist die Sache grundsätzlicher Natur. Bereits im November 2018 hatten sie beantragt, einmal generell über ein „Flächenkonzept Weihnachtsmarkt“ zu sprechen. Der Elisengarten, so die grüne Lesart, gehöre nicht zur adventlichen Vergnügungsfläche. Ergo dürfe es für die „Hütte 16“ auch keine Genehmigung geben.

Dass diese Erlaubnis, wie von der Verwaltung jetzt dargestellt, „einmalig“ für den diesjährigen Markt sei, mögen die Grünen nicht glauben. Sie fürchten eher, dass langsam aber sicher eine Dauerlösung für die Vorweihnachtszeit etabliert wird. Sie lehnen das Vorgehen daher konsequent ab. Auch wenn sie damit im Ausschuss wohl keine Mehrheit finden werden.

Dabei kann es durchaus sein, dass die „Hütte 16“ nach dem diesjährige Fest tatsächlich ins Archiv wandert. Kommendes Jahr steht eine Generalüberholung des Elisengartens an. Und in dem Zusammenhang soll auch darüber diskutiert werden, welchen generellen Charakter der Park im Herzen der City haben soll.

Eine denkbare Variante dabei, so die Verwaltung, sei auch, den Garten komplett für Veranstaltungen also auch für das September Special zu sperren. Dann wäre nichts mehr mit Hütten, Bühnen oder ähnlichem Spektakel. Aber ausdrücklich hält die Stellungnahme der Verwaltung auch zwei andere Varianten für denkbar. Zum einen den bisherigen Parkcharakter mit wenigen Ausnahmen zu besonderen Anlässen.Oder die Politik beschließt, den Elisengarten offiziell komplett zur Veranstaltungsfläche zu erklären.

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