Aachen: Neue Bilder und Fotografien von Kai Savelsberg und Monika Kuck

Kunstgeschichten : Visionen des Verborgenen und verlorene Kostbarkeiten

Landschaft, abgelegene Häuser und die Natur ganz allgemein scheinen das Thema der Gemälde von Kai Savelsberg zu sein, doch auf den zweiten, dritten und vierten Blick ist alles anders. Einsamkeit und das Gefühl von Verlassenheit, gar Verlorenheit kommt auf angesichts leerer Fenster in den Häusern, die plötzlich zu toten Augen werden.

Die Stille, die Häuser und Straßen umgibt, wird unerträglich – unwillkürlich kommen Fluchtgedanken auf. Die scheinbare Ruhe wird zu Qual und verdichtet sich sogar zu eisiger Kälte. Atmosphäre sichtbar zu machen ist nicht nur das Ziel der Ausstellung „Das Unsichtbare“ im Raum für Kunst in der Elisengalerie, sondern eine ausgewiesene Spezialität des Aachener Malers Kai Savelsberg. Angesichts kontinuierlicher Ausstellungen vor allem im skandinavischen Raum hat sich Savelsberg, 44, in seiner Heimatstadt rar gemacht und zeigt nun überwiegend neue Bilder, die deutlich Stimmungen transportieren und den Betrachter für Atmosphäre sensibilisieren.

Entschleunigung tritt ein, das Empfinden von Weite, Leere und Tiefe in der Landschaft verstärkt sich durch die Irritationen, die der Betrachter plötzlich entdeckt. Da scheinen Kratzer auf den Bildern zu sein, die die Gedanken aus nahezu saugenden Tiefen zurückholen. Auch die Stämme der Birken überraschen fulminant: Sie sind mehr ausgekerbt als klassisch gemalt und lösen haptische Reize aus, dürfen aber nicht berührt werden. Weiter gesteigert wird die Spannung in den Bildern durch die Texte, die Savelsberg zu seinen Bildern schreibt. In Fragmenten oder kurzen Sätzen fügen sich meist auf Banderolen formulierten Gedanken zu den Bildern, nehmen ihnen aber nicht den Raum, den sie brauchen.

Die Ausstellung „Das Unsichtbare“ beginnt am Freitag, 3. Mai, 19 Uhr, und hängt bis zum 1. Juni im Raum für Kunst in der Elisengalerie. Zu sehen ist sie dienstags bis samstags von 12 bis 17 Uhr. Am Sonntag, 2. Juni, gibt es um 12 Uhr eine moderierte Lesung von Kai Savelsberg und Stefan Skowron.

„Missionen“ nennt die Fotografin Monika Kuck, die vielen als langjährige Vertreterin der „Grünen“ im Stadtrat bekannt ist, ihre Ausstellung in der Schaufenstergalerie des BBK am Adalbertsteinweg 123 cd. Wie Malerei wirken ihre Fotos, etwa von Silberschmuck aus Aleppo, den sie auf drapierten schwarzen Stoffen präsentiert. Ergreifend kostbar, ebenfalls auf Schwarz, zeigt sie von Feuerspuren geschädigte alte Bücher der Bibliothek der Herzogin Anna Amalia und aus dem eingestürzten Stadtarchiv in Köln. Bis ins letzte Detail arrangiert sind die Stillleben von antikem Geschirr und Innereien geschlachteter Tiere – hier verweist Monika Kuck auf die Herkunft von Lebensmitteln, besonders von Fleisch. Die Ausstellung umfasst neun Fotografien, die eine nachhaltige Wirkung hinterlassen. Sie kann an den Samstagen 4., 11. und 19. Mai, jeweils 15 bis 17 Uhr, oder nach Vereinbarung unter Telefon 0241/602625 besichtigt werden.

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