Aachen: Aachen-Münchener: Jetzt erfolgt der große Brückenschlag

Aachen: Aachen-Münchener: Jetzt erfolgt der große Brückenschlag

Bald wächst auch optisch zusammen, was zusammengehört: Am Donnerstag wird der große Brückenschlag über die Borngasse unternommen. Zu beiden Seiten der Straße entsteht zurzeit in atemberaubendem Tempo das neue Direktionsgebäude der Aachen-Münchener (AM).

Und der gläserne „Boulevard” zwischen den einzelnen Gebäudeteilen wird schon aus symbolischen Gründen als ganz wichtiger Bestandteil des 100-Millionen-Euro-Projekts angesehen. Richtfest auf der Riesenbaustelle soll im Übrigen Anfang April gefeiert werden.

Damit es ein rundes Fest werden kann, muss allerdings „rohbautechnisch” alles eingestielt sein, und dazu gehören unbedingt die beiden Brückenteile über die Borngasse und über die Treppe zwischen Aureliusstraße und Borngasse.

Diese „Kommunikationsplattform” ist von der Bauherrin und den Architekten (Kada, Wittfeld) von Anfang an als eines der prägenden Elemente des ganzen Vorhabens angesehen worden - immerhin werden im alten und neuen Gebäudekomplex rund 1000 Beschäftigte untergebracht sein, die großteils zum ersten Mal unter einem Dach zusammenarbeiten.

Zwecks Brückenbau kann die Borngasse am Donnerstagmorgen ab 7 Uhr nicht mehr durchfahren werden (bis Freitag um 6 Uhr). In dieser Zeit dürfen Autos aus Richtung Franzstraße nur bis zum Haus mit der Nummer 29 vordringen, ab Theaterstraße lediglich bis zur Einfahrt Kapuziner-Karree. Beantragt ist zudem, die Borngasse demnächst zur Einbahnstraße zu machen, um „die allgemeine Verkehrssituation” zu beruhigen, wie es in einem Info der AM für die Anwohner heißt.

Gute Erfahrungen

Damit wendet sich das Unternehmen zum wiederholten Mal an die unmittelbaren Nachbarn der doch lärm- und schmutzintensiven Großveranstaltung, um ihnen die einzelnen Schritte zu erläutern.

Und offensichtlich hat man mit dieser Vorgehensweise gute Erfahrungen gemacht, Beschwerden von Anwohnern hat es bis dato kaum gegeben. Dazu Andreas Krosta, Pressesprecher der Aachen-Münchener: „Wir informieren so häufig wie möglich und gehen offensiv mit diesen Dingen um.”

Auch ansonsten gab es bislang keine großen Probleme an und auf der Baustelle, mit Ausnahme der Tatsache, dass der vorgesehene Fassadenbauer wegen Insolvenz abhanden kam.

Ersatz ist gefunden, aber es war schon „ein Kraftakt”, so Dieter Schumacher, Leiter der Zentralen Dienste bei der AM: „Die neue Firma kannte das Projekt ja überhaupt nicht”, mittlerweile sei man jedoch mit ihr „massiv in die Planung eingestiegen”.

So gehen alle Beteiligten davon aus, dass wie geplant Ende des Jahres der Einzug stattfinden kann. Mehr als 100 Arbeiter wirken Tag für Tag auf der Baustelle, viele unsichtbar, weil sie im Innern die Wände hochmauern. Der Neubau nimmt denn auch immer mehr Gestalt an, fast im Wochentakt ist zuletzt ein neues Stockwerk dazugekommen.

Am Ende werden 12.500 Kubikmeter Beton und 2000 Tonnen Stahl verbaut sein.

Voller Zuversicht sind die AM-Verantwortlichen auch, was die fremdgenutzten Gebäudeteile angeht, denn „mehr als die Hälfte” der zur Verfügung stehenden Flächen seien bereits vermietet. Eingezogen ins alte AM-Hochhaus an der Aureliusstraße sind inzwischen die Stadt Aachen mit ihrem Wirtschaftsförderungsamt und die Architekten mit ihrem Deutschland-Büro.