Aachen: Mehr als 1000 Euro an Spenden für "Querbeet"

Querbeet Aachen: Das Frankenberger Viertel engagiert sich für die Suchthilfe

Das Gartenprojekt der Aachener Suchthilfe „Querbeet“ wächst. Jetzt ist das Frankenberger Viertel Beet-Pate geworden. Durch die Initiative von Astrid Siemens und Michael Mauer, die den Online-Blog „Wir Frankenberger“ betreiben, begann das Engagement der Bewohnerinnen und Bewohner des Frankenberger Viertels für „Querbeet“.

Das Projekt der Suchthilfe besteht aus der Pflege von Blumenbeeten durch Suchtkranke und Sozialarbeiter an verschiedenen Standorten Aachens. Durch die Beet-Pflege soll einerseits die öffentliche Wahrnehmung der Suchtkranken verändert werden und andererseits eine Möglichkeit geboten werden, Einstiege in ein annähernd herkömmliches Berufsleben zu bieten.

Allein neun Beete pflegen die Klienten der Suchthilfe am Standort Kaiserplatz. Weitere sind rund um das Café Plattform am Veltmannplatz, in der Lousbergstraße und einigen weiteren Orten zu finden. Nun ziehen einige neue Beete auch in das sozial engagierte Frankenberger Viertel ein.

Insgesamt 40 Geschäfte und Lokale des Viertels beteiligten sich an der durch Siemens und Mauer ins Leben gerufenen Spendenkampagne. „Wir haben fast in jedem Laden eine unserer Spendendosen aufstellen dürfen“, berichtete Siemens begeistert von der positiven Resonanz. So seien über 1000 Euro zusammengekommen, die nun „Querbeet“ zugute kommen.

Die Arbeit helfe allerdings nicht nur den Suchtkranken, die durch sie, so Siemens, zu „mehr Selbstbewusstsein finden können“. „Das Projekt ist vielfältig anwendbar; auch für die Bürgerinnen und Bürger hat es positive Auswirkungen“, erklärte die sozial engagierte Bloggerin. Neben einer optischen Aufwertung des Viertels würden auch Berührungsängste mit suchtkranken Menschen abgebaut werden. Schon früher hätten sich Bewohnerinnen und Bewohner des Viertels um Beete gekümmert, so beispielsweise auf der Viktoriaallee. „Das Interesse hat jedoch nachgelassen“, betonte Siemens. Nun hofft die Initiatorin auf die Arbeit der Suchthilfe durch die Spenden der Bürger – so haben in Zukunft gewissermaßen beide Seiten Anteil an den Beeten.

Es wird deutlich: Das Frankenberger Engagement kommt vielen zugute – vor allem aber natürlich der Arbeit der Suchthilfe. „Das hilft uns enorm weiter“, freute sich Laurids Elsing, Mitarbeiter der Suchthilfe, über die Spende. Neben warmen Mahlzeiten und kleinen Honoraren von 1,50 Euro die Stunde für die teilnehmenden Klienten müssen auch die Pflanzen finanziert werden. Und Elsing kann aus Erfahrung eins ganz deutlich sagen: „Blumen sind wirklich teuer!“ Weshalb „Querbeet“ auch offen für Sachspenden kleinerer Floristen oder großer Gartencenter sei, fügte er schmunzelnd hinzu.

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