Aachen: Legionellen in der Schwimmhalle Brand

Legionellenbefall : Schwimmhalle Brand bleibt bis Ende Januar geschlossen

Die Schwimmhalle im Aachener Stadtteil Brand muss voraussichtlich bis Ende Januar 2019 geschlossen bleiben. Wegen Legionellenbefalls muss umfangreich saniert werden.

Schlechte Nachrichten für alle Wasserratten: Die Schwimmhalle Brand, Wolferskaul, bleibt voraussichtlich noch bis Ende Januar 2019 geschlossen. Die beliebte Schwimmhalle war Mitte September wegen eines Legionellenbefalls geschlossen worden. Die Bakterien, die die Legionärskrankheit, eine schwere Form der Lungenentzündung, auslösen können, waren bei einer Routineuntersuchung im Kabinen- und Duschbereich entdeckt worden.

Keine Gefahr im Becken

Wie das städtische Presseamt am Montag mitteilte, müssen die komplette Warmwasseraufbereitung und die Duschbereiche in der Schwimmhalle nun dringend saniert werden. Das Wasser im Schwimmbecken, so heißt es ausdrücklich in der Pressemitteilung, ist von dem Legionellenbefall nicht betroffen.

Nach entsprechenden Vorarbeiten beginnt die Sanierung mit dem Start der Herbstferien am kommenden Montag und wird voraussichtlich bis Ende Januar 2019 dauern.

Wie Stefan Herrmann vom städtischen Presseamt auf Anfrage mitteilte, werde seit Wochen mit Hochdruck daran gearbeitet, die Arbeiten zügig auf den Weg zu bringen. „Allerdings ist es heutzutage auch für eine Kommune nicht so einfach, Fachfirmen zu finden, die kurzfristig dringende Aufträge übernehmen können.“

Für die Sportanlage in Brand ist es bereits der zweite Legionellenfall in diesem Jahr. Bereits im April musste die Schwimmhalle Brand wegen eines Legionellenbefunds geschlossen werden. Damals, so Herrmann, seien die Bakterien allerdings im Umkleide- und Duschbereich des angrenzenden Sportplatzes gefunden worden.

Daraufhin ließ das städtische Gebäudemanagement die Warmwasserversorgung des Hallenkomplexes von den Leitungen des benachbarten Umkleidehauses des Sportplatzes trennen und autark stellen. Seitdem funktionieren der Warmwassertrakt der Halle und des Umkleidetrakts völlig unabhängig voneinander.

Im Schwimmhallenbereich seien im April keine Legionellen gefunden worden, betonte Herrmann. Gleichwohl habe man eine Sanierung damals bereits perspektivisch ins Auge gefasst. Die Ergebnisse der Untersuchungen vom September hätten nun aber dringenden Handlungsbedarf ergeben.

Wie teuer die Sanierung die Stadt zu stehen kommt, könne derzeit noch nicht gesagt werden. Mehr als drei Monate lang wird die Schwimmhalle Brand also wahrscheinlich noch geschlossen sein. Das trifft nicht nur Freizeitschwimmer, sondern auch Schulen und Vereine, etwa den Brander Schwimmverein.

Allein 17 Aachener Schulen nutzen die Schwimmhalle Brand für den Sportunterricht. Neun Schulen haben sich laut Stefan Herrmann bereits bei der Stadt gemeldet, für vier Schulen habe man bis Montag eine Ausweichmöglichkeit gefunden.

Keine Verdachtsfälle

Betroffene Badegäste, die über eine Jahreskarte für den Besuch der städtischen Schwimmbäder verfügen und ausschließlich die Schwimmhalle Brand besuchen, können sich beim städtischen Fachbereich Sport unter der Telefonnummer 0241/432-5213 melden. Man werde dann im Einzelfall erörtern, welche Möglichkeiten für einen Ausgleich es gibt, heißt es.

Seit dem Legionellenbefund Mitte September seien der Stadt keine Verdachtsmeldungen über mögliche Erkrankungen bekannt geworden, sagt Herrmann. (mg)

(mg)