Aachen: Krüzzbrür begeisterten das Publikum

Das traditionelle Herbstfest : Amüsantes und vielfältiges Programm

Alljährlich verspricht die Einladung des Pfarrausschusses Heilig Kreuz gemeinsam mit ihrem Krüzzbrür-Ordensträger, dem bekannten Kabarettisten Wendelin Haverkamp, ein excellentes Programm bester Unterhaltung. Bei der Verleihung des Krüzzbrür-Ordens an ihn im Jahr 2000 hatte er versprochen, alljährlich das „Herbstfest“, dessen Erlös stets kulturellen und sozialen Zwecken zugute kommt, zu unterstützen. Nun also bereits zum 19. Mal und einmal mehr wurden die Erwartungen des Publikums überboten.

Zum Auftakt eroberten die 30 jungen Sängerinnen und Sänger des Aachener A-Capella-Chores „Flow“ von der Musikschule Aachen die Bühne. Unter der Leitung ihres Dirigenten Luc Nellesen boten sie mit jugendlichem Temperament ein fantasievolles Arrangement in modern Sound and modern Art of Pop- and Lovesongs. Der Chor wurde vor zwei Jahren gegründet und nimmt am 30. November beim WDR um 19.30 Uhr an einem Chorwettbewerb teil.

Mehrfach wurde im Programmablauf auch des kürzlich verstorbenen Krüzzbrür-Ordensträgers Manfred Birmanns gedacht. „Er war ein wunderbarer christlicher Humanist und hat Beifall verdient“, anerkannte auch Professor Max Kerner, der einen anspruchsvollen, informativen und zugleich höchst amüsant-wissenschaftlichen Lichtbildervortrag hielt. Das Thema lautete: „Drei Fingerzeige auf drei Gemälde“, auf denen der Karlsthron unseres Aachener Domes als „Erzstuhl der Mysterien“ in unterschiedlichen Deutungen dargestellt ist. Die Namen der Künstler: Carovaggio mit „Berufung des Matthäus“, Michelangelo mit „Berufung zum christlichen Glauben“ und Mattheas Grünewald mit dem „Isenheimer Altar“ sprachen für sich. Anhaltender Beifall und immer wieder Heiterkeit beim Publikum für die Interpretationen durch Professor Kerner ebbten nur schwer ab und waren durchaus verdient.

Unter der Moderation von Franz-Josef Staat und Herbert Steins eroberte sodann ein Gitarren-Duo die Bühne. Es waren der Thouet-Preisträger 2018 Dieter Böse und sein Begleiter Salvatore. Sie spielten Lieder ihrer neuesten CD und eröffneten ihren Auftritt mit „Enge Bodrahm met Seäm“. Damit gaben sie den Ton zum Mitschunkeln des Publikums an. Ihrem Sommerhit: „De Keäz blievt de Keäz in ming Latern“ folgte: „Du bes dr König vajjen Promenade“. Der Zeitpunkt für Jubel, Pfiffe und Beifall war gekommen.

Nach einer kurzen Pause brillierte Wendelin Haverkamp als „Wortkünstler“ in der für ihn typischen Art. In seiner Parodie war er der Zeit bereits voraus und glossierte den Kauf von Weihnachtsgeschenken sowie einen Hosenkauf für Herren! Die Lacher waren auf seiner Seite. Ob rund um die „Sommerzeit“, „Schau mal uns’re Bundeskanzlerin“ oder Bonmots: „Wo gebügelt wird – wird nicht geschossen“, kreischendes Gelächter war ihm sicher. Haverkamp aber sang auch wie gewohnt mit Nonchalance, diesmal am Keyboard nicht von seinem ständigen Spieler begleitet, da er verhindert war. Dafür sprangen Franz Brandt am Keyboard und Johannes Flamm mit Saxophon ein. Immer wieder gab es Rufe der Begeisterung und herzhaftes Lachen. Der Abend klang aus mit dem Pfarrausschuss-Chor, der traditionell seit 19 Jahren zum Abschluss „In Aachen, da möcht’ ich begraben sein singt“. Im nächsten Jahr gibt’s ein Wiedersehen am 31.Oktober 2019 beim 20. Herbstfest.

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