Aachen: Karlspreisträger 2019 Guterres schickt warme Grüße per SMS

Karlspreis 2019 : Vor der Zusage hatte Guterres noch viel zu klären

Wer weiß schon, wo sich gerade der Chef der Vereinten Nationen aufhält und wie er telefonisch zu erreichen ist? Für Jürgen Linden und seine Karlspreis-Crew war es diesmal eine besondere Herausforderung, mit dem Karlspreisträger 2019 Kontakt aufzunehmen.

Ungewöhnlich lange hat es daher gedauert, bis er als Vorsitzender des Karlspreisdirektoriums mit dem Namen António Guterres an die Öffentlichkeit gehen konnte. Erst wenige Stunden vor der kurzfristig für Dienstag, 13 Uhr, angesetzten Pressekonferenz herrschte Gewissheit, dass der Festakt auch in diesem Jahr in gewohnter Manier am Himmelfahrtstag im Rathaus über die Bühne gehen kann. „Dear friend“, Lieber Freund, hat Guterres seine SMS-Nachricht an Linden überschrieben und bestätigt, dass für den 29. und 30. Mai alles klar geht – „warmest regards, António“, beste Grüße, António.

Der Tonfall lässt darauf schließen, dass Linden und Guterres im Verlauf der zurückliegenden acht Tage schon etwas Nähe herstellen konnten. So lange liegt das einstimmige Votum des Direktoriums für den portugiesischen Sozialisten bereits zurück. Erst Mitte vergangener Woche konnte Linden den hochrangigen Politiker in Davos erreichen und über die Entscheidung informieren.

Die Freude bei Guterres sei groß gewesen, allerdings habe er dann noch klären müssen, ob er den Preis in seiner Position überhaupt annehmen dürfe. Da keine materiellen Vorteile damit verbunden sind, stand dem nichts entgegen. So blieb noch die Frage zu klären, ob der Kalender des UN-Generalsekretärs einen zweitägigen Ausflug nach Aachen erlaubt.

Inzwischen ist alles auf einem guten Weg und die Freude auf Seiten des Direktoriums und der Stadtspitze entsprechend groß. Auch Oberbürgermeister Marcel Philipp ist überzeugt, mit dem Preisträger Guterres von Aachen aus eine gute Botschaft zu den großen bewegenden Themen Migration, Klimaschutz, Flüchtlingspolitik und freier Handel auszusenden. „In dieser Phase hätten wir keinen Besseren nehmen können“, ist Linden überzeugt. Er sieht in dem Preis auch eine klare Position gegen Nationalismus, Protektionismus und Abschottungspolitik. Seine Abscheu gegen Politiker vom Schlage eines Trump, Orbán, Kaczynski oder Salvini mochte er kaum verbergen.

Guterres ist der gern gesehene Gegenpol, der noch dazu eine politische Statur habe, die die Preisverleihung ganz sicher zu einem viel beachteten Ereignis machen werde, zeigten sich Linden und Philipp am Dienstag überzeugt. Die genauen Einzelheiten zum Ablauf sollen geklärt werden, sobald Guterres der Preis persönlich angetragen wird. Eine Reise nach New York sei dafür nicht vorgesehen, man wolle ihn möglichst im Februar bei einem seiner Europaaufenthalte abpassen, so Linden. Geklärt wird dann, wer ihn begleiten wird und wer die Laudatio auf ihn hält.

Klar ist bereits, dass es genug Stoff für das übliche Rahmenprogramm geben wird. „Wir haben viel zu erzählen zu komplexen Zusammenhängen und globalen Herausforderungen, die nur global zu lösen sind“, sagt Philipp.

Mehr von Aachener Nachrichten