Aachen: Kampf gegen Gewalt gegen Frauen

25 Jahre Frauennetzwerk Aachen : Viel ist erreicht, noch mehr bleibt zu tun

Vor 25 Jahren ging das Frauennetzwerk mit Mitgliedern aus Politik, Gesellschaft, Kirche, Kunst und Sozialem an den Start: Eine Ausstellung in der Kundenhalle der Sparkasse Aachen am Friedrich-Wilhelm-Platz zeigt nun die Meilensteine seiner Geschichte. „Ich glaube nicht, dass ich mit Blick auf das Frauenthema jemals sagen werde: ‚Ich bin fertig‘“, betonte Sibylle Keupen, Vorsitzende des Frauennetzwerkes der Städteregion, während der offiziellen Einweihung der Ausstellung. Gleichzeitig hob sie aber hervor, dass das Netzwerk im Laufe der Jahre viel erreicht habe.

Gewalt gegen Frauen, Chancengleichheit, eine gesetzliche Frauenquote und die Verbesserung der Situation der Prostituierten sind die Themen, die das Frauennetzwerk in der Vergangenheit ein gutes Stück vorangebracht hat. Die Designerin Brigitte Erm hat die Ausstellung gestaltet und dabei auf Frauensilhouetten gesetzt. Sie dienen als Stellwände für den Untergrund, auf dem die verschiedenen Themen und Erfolge dargestellt werden. Zudem lädt eine rote Tafel dazu ein, die eigenen Ideen und Anregungen zum Frauennetzwerk festzuhalten.

Laut Sibylle Keupen hat das Netzwerk gerade mit Blick auf das Thema Gewalt in den vergangenen Jahren viel erreicht, dennoch bleibe noch viel zu tun. Die jungen Frauen von heute brauchen ihrer Meinung nach vor allem auch Unterstützung durch ausreichende Kitas und beim Kampf um gleichen Lohn. Als Gastgeber der Ausstellung betonte Norbert Laufs, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Aachen, den Lobbycharakter des Frauennetzwerkes, das sich für die Anliegen der Frauen einsetze, und lobte die überlebensgroßen Figuren der Ausstellung, die in der Kundenhalle der Sparkasse sicher viel Aufmerksamkeit fänden. Gerade beim Thema Prostitution sorge das Frauennetzwerk dafür, dass das Thema im Gespräch bleibe.

Das Frauennetzwerk vereinigt inzwischen fast 60 Gruppierungen aus ganz unterschiedlichen Bereichen und ist seit 2009 in der gesamten Städteregion aktiv. Durch das gemeinsame Arbeiten konnten laut Keupen Informationen gebündelt, die Argumentationskraft gestärkt und kritische Impulse gesetzt werden. Und euregionale Kontakte nach Belgien und in die Niederlande sollen auch in Zukunft dabei helfen, Wissen zu transferieren und neue Veranstaltungsformate zu erproben. „Aber nur gemeinsam können wir vieles erreichen“, holte Silke Tamm-Kanj, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Würselen, auch die Männer mit ins Boot. Denn das Thema Gleichberechtigung sei nicht allein Sache der Frauen, betonte sie.

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