Aachen: In der Pontstraße tummeln sich die Ratten

Erhöhtes Rattenaufkommen : Die Pontstraße hat ein Ungezieferproblem

Die Ausgehmeile Pontstraße und Umgebung hat ein Ungezieferproblem. Vermehrt sind dort in letzter Zeit auch Ratten gesichtet worden. Von einer Plage sei man weit entfernt, heißt es seitens der Stadt, aber in der Tat habe man es derzeit dort mit einem „erhöhten Rattenaufkommen“ zu tun.

„Wir reagieren entsprechend“, versichert der städtische Pressesprecher Bernd Büttgens.

Das Pontviertel mit seinen vielen Gaststätten und Imbissbuden ist für Ratten seit jeher ein Paradies, meint Winfried Schraa, der das Thema jüngst in der Bürgerfragestunde im Stadtrat zur Sprache brachte. Auch am Bergdriesch, wo er wohnt, habe er verstärkt die Nager, die als Krankheitsüberträger gefürchtet sind, gesichtet. Bei seinen täglichen Hundespaziergängen berichteten ihm Nachbarn von ähnlichen Beobachtungen. Auch in RWTH-Räumen sollen schon Schädlinge gesehen worden sein.

Schraa fragt sich nun, ob die Umstellung auf die zweiwöchige Leerung der Biotonnen zur Ausbreitung der Ratten in diesem Jahr beigetragen haben könnte. Auch sichte er vermehrt wilden Müll in der Innenstadt, seitdem die Sperrmüllabfuhr kostenpflichtig geworden ist. „Das sind gute Verstecke für die Tiere“, glaubt er. Aufgefallen sei ihm zudem, dass etliche einst vorhandene Papierkörbe und Mülleimer in der Innenstadt verschwunden seien, erklärte er in der Ratssitzung. Die Folge sei, dass mehr Müll auf der Straße landet, der wiederum Ratten und anderes Ungeziefer anlockt.

Putzkolonnen besonders aktiv

Dass es am Straßenrand weniger Mülleimer gebe, „stimmt definitiv nicht“, betont hingegen Büttgens, der darüber hinaus auch darauf hinweist, dass die städtischen Putzkolonnen gerade auch im Pontviertel besonders aktiv sind. Denn als „Hotspot“ ist es auch bei den Ordnungskräften bekannt. Nach Mitternacht, wenn es auf den Straßen leer wird, kommen die Tiere aus ihren Löchern und verputzen Fritten-, Döner- oder Pizzareste, die überall zu finden sind.

Eben deshalb wurde die Pontstraße in die höchste Reinigungsklasse eingestuft. Zweimal täglich rücken die Kolonnen an: morgens mit Fußgruppe und Kehrmaschine, abends nochmals, um die Papierkörbe zu leeren. Regelmäßig müssen auch große Mengen Pizzakartons weggeräumt werden, die offenbar viele Zeitgenossen genau dort fallen lassen, wo sie das letzte Stück gegessen haben.

Die beste Vorkehrung gegen Ratten ist es, Müll und Essensreste so schnell wie möglich sauber zu entsorgen, wissen Schädlingsbekämpfer, denen der Vormarsch der Plagegeister in den Städten zunehmend zu schaffen macht. Denn das Problem ist nicht nur, dass sich Ratten von Abfällen magisch angezogen fühlen, sondern dass sie sich auch so satt fressen können, dass sie oftmals gar nicht mehr an die ausgelegten Giftköder gehen. Erschwerend kommt hinzu, dass die extrem anpassungsfähigen Tiere gegen viele Wirkstoffe schon resistent geworden sind.

Die Bekämpfung bleibt somit eine echte Herausforderung. Denn durch Viren und Bakterien können Ratten nach Expertenangaben bis zu 70 verschiedene Krankheiten auf Menschen übertragen, die teils nur grippeähnliche Symptome hervorrufen, teils aber auch zu schweren Leber- und Nierenschäden führen können.

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