Aachen: Immer mehr Babys, vor allem von ausländischen Eltern

Babyboom : Emilia und Maximilian machen das Rennen

Die meisten frischgebackenen Eltern in Aachen haben ihre Tochter vergangenes Jahr Emilia (29 Mädchen) und ihren Sohn Maximilian (25 Jungen) genannt. Mit 3542 Beurkunden im Geburtenregister meldet das Standesamt einen neuen Rekord. Knapp 40 Prozent der Eltern sind Ausländer.

Das muss Liebe sein. Die Anziehungskraft Aachens für werdende Eltern sowie für Brautpaare wächst weiter und ist nunmehr größer als jemals zuvor. Mit 3534 Erstbeurkundungen von Neugeborenen und acht Nachbeurkundungen von im Ausland geborenen Kindern verzeichnet das Geburtenregister für das Jahr 2018 3542 neue Einträge – das sind nochmals 3,6 Prozent mehr als im Vorjahr. „Interessant ist, dass in 37,2 Prozent aller Beurkundungen – das sind 1313 Fälle – bei beiden oder einem Elternteil nicht die deutsche Staatsangehörigkeit vorlag“, sagt Standesamt-Leiter Lothar Linden auf Anfrage unserer Zeitung. Wobei hier Elternteile mit Migrationshintergrund nicht einmal mitgezählt werden.

Spitzenreiter bei den beliebtesten Vornamen sind im Jahr 2018 bei den Mädchen Emilia (29 Namensgebungen) und bei den Jungen Maximilian (25). Bei den Töchtern folgen Mia (27), Sophie (24), Mila (23), Clara (21) und Anna (21) auf den Plätzen. Bei den Söhnen folgen Ben (24), Noah (24), Emil (22) sowie Elias, Leon und Paul mit jeweils 21 Namensgebungen. Auffällig: Bei den Mädels „stürzt“ die langjährige Nummer 1 Marie auf Platz 7. Und bei den Jungen ist Aachens Stadtpatron Karl erstmals seit vielen Jahren auf Rang 17 (14 Beurkundungen) in den Top 20 vertreten (siehe Grafik).

Apropos Spitzenwerte: „Bei der Zahl der in Aachen geschlossenen und beurkundeten Ehen haben wir den bisher gültigen, aus dem Jahr 2016 stammenden Spitzenwert von 1453 – damals Ehen und Lebenspartnerschaften – übertroffen“, rechnet Linden vor. 2018 sind in Aachen 1465 Ehen geschlossen und 16 im Ausland geschlossene Ehen nachbeurkundet worden. Die Gesamtbeurkundungszahl im Eheregister liegt damit bei 1481, darunter 34 gleichgeschlechtliche Ehen. In diesem Zusammenhang erklärt der Leiter des Standesamtes: „Gegenüber den letzten kompletten Jahren mit der Möglichkeit, eine Lebenspartnerschaft zu schließen, also 2015 und 2016 mit jeweils 26 beziehungsweise 27 Lebenspartnerschaften, bedeutet die Zahl der gleichgeschlechtlichen Ehen mit 34 eine Steigerung um rund 28 Prozent. Ebenso haben im vergangenen Jahr 53 gleichgeschlechtliche Paare, die seit 2001 in einer offiziellen Lebenspartnerschaft lebten, ihre Lebenspartnerschaft in eine Ehe umwandeln lassen“, erläutert er.

Foto: Grafik/ZVA

Die Kaiserstadt entwickelt sich mehr und mehr zum Hochzeitsmagneten: „Erneut darf ich feststellen, dass mehr Paare als jemals zuvor in Aachen die Ehe schließen, ohne einen Wohnsitz in Aachen zu haben, nämlich 317. Der Anteil dieser Paare am Gesamtaufkommen der Eheschließungen macht somit enorme 21,4 Prozent aus“, erklärt Linden. Er führt dies allein auf das vielfältige Angebot mit zehn verschiedenen Trauorten zurück. Und auf kreative Flexibilität: „Da ist unser sehr starkes Samstagsangebot mit Trauungen ab April an jedem Samstag, dann teilweise sogar an zwei Standorten. Und natürlich spielt auch die Qualität unserer Gestaltung der Eheschließungen eine Rolle. An jedem Freitag werden regelmäßig drei parallele Traustandorte ermöglicht. So haben wir im vergangenen Jahr 487 Termine außerhalb der üblichen Öffnungszeiten am Freitagnachmittag oder an Samstagen durchgeführt, davon allein 324 an Samstagen“, sagt Linden.

Die größte Terminauswahl hat man als Paar in den Monaten Januar bis März, ab April liegen die monatlichen Eheschließungszahlen regelmäßig deutlich über 100, zum Beispiel im Mai bei 149, im Juni bei 173, im Juli bei 146, im August bei 200, im September bei 155 und im Dezember bei 185. „Damit war zum ersten Mal seit zehn Jahren der Dezember nicht der stärkste Heiratsmonat“, resümiert der Standesamt-Chef.

Mit seinem Team will Linden bestmöglichen Service bieten: „Extrem bewährt und von den Heiratswilligen gerne angenommen wird unser schon langjähriges Angebot, sich bis zu einem Jahr im Vorhinein den Hochzeitstermin sichern und reservieren zu lassen. So stehen bereits am heutigen Tag in den Monaten April bis August 2019 so gut wie keine freien Termine mehr im Weißen Saal des historischen Rathauses oder im Festsaal des Couven-Museums zur Verfügung“, erklärt er. Den ersten freien Samstagstermin im Weißen Saal gibt es sogar erst wieder ab Oktober 2019. Weil Aachen eben extrem beliebt ist.

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