Aachen: Hund hetzt Schafe auf der Weide

Besitzerin der Tiere bittet um Hinweise auf Hundehalter : Tödliche Jagd auf der Schafsweide

Im Örtchen Hahn im Aachener Süden sind auf einer Weide Schafe offenbar mehrfach von einem Hund gehetzt worden. Zwei Tiere wurden dabei verletzt, eines der Bocklämmer ist seinen Verletzungen erlegen. Die Besitzerin der Tiere sucht nun Zeugen, die Hinweise geben können auf den Halter des Hundes.

Claudia Lausberg war am Freitagnachmittag auf dem Weg zur Polizei. Die Inhaberin der Schäferei „Sheep farm come by“ wollte Anzeige gegen Unbekannt erstatten. Denn zwei ihrer Bocklämmer sind auf einer Weide im Bereich Mönchsfelsen in Hahn verletzt worden. Eines der Tiere, das fünf Monate alte Bocklämmchen „Magnum“, hat das nicht überlebt.

Seit zwei Jahren züchtet Claudia Lausberg Schafe, genauer gesagt Preußische Skudden. Diese Rasse gehört zu den ältesten Haustierrassen und steht auf der Roten Liste der bedrohten Nutztierrassen. Gut 50 Tiere hat die Alsdorfer Schäferei. „Wir züchten die Skudden für die Landschaftspflege“, erzählt Claudia Lausberg. Unter anderen sind ihre Schafe in der Grünflächenbeweidung für die Stadt Alsdorf im Einsatz. Einige ihrer Tiere sind derzeit auf einer Wiese in Hahn untergebracht. Und diese „reine Herrengruppe“, wie Lausberg liebevoll sagt, bekam jüngst ungebetenen – und gefährlichen – Hundebesuch.

Bereits am vergangenen Wochenende ertappte eine Mitarbeiterin der Schäferei einen älteren Mann dabei, wie er den Weidezaun herunterdrückte und seinen Hund auf die Wiese ließ. „Als die Kollegin den Mann ansprach und ihn bat, den Hund zurückzunehmen, wurde er frech“, berichtet Claudia Lausberg. Der Hund wird als Harzer Fuchs, ein Altdeutscher Hütehund, beschrieben. „Das ist ein Hütehund, der muss das können“, soll der Halter sinngemäß gesagt haben. „Der Hund konnte das aber nicht“ kommentiert Claudia Lausberg, „der jagte hinter den Schafen her.“

Am Donnerstagabend wurde die Schäferei dann von Anwohnern aus Hahn alarmiert. „Zwei Böcke hingen im Zaun, einer war tot, den zweiten konnte der Tierarzt retten“, beschreibt Lausberg. Anwohner hätten bestätigt, dass der Mann vom Wochenende wieder dagewesen sei. Die Identität des Hundehalters allerdings ist bisher nicht bekannt. Deshalb bittet Claudia Lausberg nun um Hinweise etwaiger Zeugen unter Telefon 0152/53454954.

Den materiellen Schaden, der ihr durch das getötete Tier entsteht, beziffert die Betreiberin der Schäferei auf 80 bis 100 Euro. Auch der zerstörte Zaun muss erneuert werden. Viel schwerer aber wiegt für sie die Quälerei, der die Tiere ausgesetzt waren. „Das war bisher das Schlimmste, das uns mit den Tieren passiert ist“, sagt Lausberg.

(mg)