Aachen: Hubertus Peters und Marjam König in der Produzentengalerie

Noch bis zum 28. Juli zu sehen : Energiebahnen, Streifen-Collagen und Stillleben mit Vasen

Verschiedener könnten sie nicht sein, der farbenfreudige „Streifenmaler“ Hubertus Peters und Marjam König, die sich tiefgründig mit Stillleben und ihren Variationen in Schwarz-Weiß beschäftigt. Beide sind jedoch seit langem ein künstlerisches Duo und stellen nun gemeinsam in der Produzentengalerie Artikel 5 aus.

„Lebensbejahenden Optimismus rüberbringen“ will Hubertus Peters, der sich mit seiner „Stripes Art“ mit Kraftlinien oder Energiebahnen in Natur und Technik, Architektur, Landschaft und der Musik von Beethoven auseinandersetzt. Kühne Perspektiven entstehen, wenn der Maler lange, in der Regel diagonal aufsteigende Farbbahnen über seine Leinwände zieht, Collagen baut, deutliche Farbkontraste und -dynamik erreicht und ein gewisses energetisches Leuchten verbreitet. Meist tief in der Nacht, wenn es dunkel und still ist, kreiert Hubertus Peters seine Farbgewalten, beginnt mit einem Liniengerüst aus Klebestreifen und füllt die freien Bahnen mit Acrylfarbe, Kreiden, Aquarellstiften und Tinte. Bisweilen setzt er gewollte Brüche, geometrische Formen und Rhythmen in seine Kraftlinien, die den Betrachter irritieren, doch die Energie fließt ungehindert weiter. Passend zur optimistischen Stimmung der Bilder wählt der einstige Schulleiter und Kunstlehrer, der unter anderem bei Benno Werth studierte, motivierende Titel wie „Wir schaffen das“ oder „Komm mit aufwärts“.

Ganz anders arbeitet Marjam König. Vor allem schwarz-weiß sind ihre Werke, und vor allem bleiben sie in dieser Ausstellung allein bei dem Thema Stillleben mit Vase. Hierzu fertigte sie mehr als 200 Variationen und setzte sich zeichnerisch und malend, vor allem aber philosophisch und kunsttheoretisch mit der Vase als Objekt und als Gegenstand in der Komposition auseinander. „Die Herausforderung in diesen Arbeiten ist aber die Absicht, jeder Zeichnung in neues Element hinzuzufügen“, sagt die Künstlerin. So verändern sich nicht nur die Linien und der Strich, sondern auch das Wesen des Motivs. Bisweilen sind die Stillleben streng geometrisch angelegt oder betont zart gehalten, gelegentlich fast zwanglos bis hin zur Andeutung der Auflösung der Linien. Sowohl die langwierige Prozessarbeit als auch die Fülle der Arbeiten fand Marjam König „sehr spannend und befriedigend“ und freut sich, dass sie der Vase als klassischem Objekt der Auseinandersetzung mit Stillleben eine kleine, aber feine Ausstellung an der Wand und eine dicke Werkmappe zum Blättern und Variationen sehen bieten kann.

Noch bis zum 28. Juli hängt die Doppelausstellung „Strich-Punkt“ an der Bahnhofstraße 33 und kann am 26. Juli von 18 bis 20 Uhr, am 27. Juli von 14 bis 17 Uhr und am 28.Juli von 14 bis 16 Uhr besichtigt werden. www.artikel-5.com

Mehr von Aachener Nachrichten