Aachen: Gruppe für Menschen mit (beginnender) Demenz

Forster Seniorenberatung : Bewegung für Körper und Geist

Die Frauen und Männer in der Gruppe verleben ein paar anregende Stunden in Gemeinschaft. Für ihre Angehörigen ist das Angebot ein wertvolles Stück Entlastung. Seit September gibt es im Begegnungszentrum Forster Seniorenberatung eine Betreuungsgruppe für Menschen mit (beginnender) Demenz. Einige Plätze sind noch frei.

Die Betreuungsgruppe ist dem Begegnungszentrum und dem dahinter stehenden Trägerverein „Altenarbeit in Forst“ ein großes Anliegen. Es gab schon einmal ein solches Angebot, das aber eingestellt werden musste, weil der Verein es nicht mehr finanzieren konnte. Nun soll ein Neustart gelingen. „Die Nachfrage ist allerdings bisher nicht so groß, wie wir gehofft hatten“, gesteht Helma Bitter, die Leiterin der Forster Seniorenberatung. Bis zu acht Männer und Frauen können in der Gruppe betreut werden. Belegt sind bisher vier Plätze.

Die Betreuungsgruppe findet jeden Donnerstag von 10.30 bis 14 Uhr in den Räumen der Seniorenberatung, Am Kupferofen 19, statt. Claudia Gabriel leitet das Angebot. Sie betreibt in Aachen einen Betreuungs- und Assistenzdienst für Senioren und ist auch ausgebildete Demenzbetreuerin. Ehrenamtlich unterstützt wird sie von Jördis Uhlig und Helga Janikulla.

Zum Ankommen gibt es immer Kaffee, Kekse – und viel Zeit zum Plaudern. Die beiden Frauen, die an diesem Morgen gekommen sind, genießen den ausführlichen Plausch sichtlich und beteiligen sich rege. Im Stuhlkreis gestaltet Claudia Gabriel dann ein kleines Bewegungsprogramm mit den Damen. Das ist gut für die körperliche und geistige Fitness und schult Koordination und Balance. Diesmal wird mit bunten Bällen hantiert, und auch darüber ergibt sich eine rege Unterhaltung. Eine Teilnehmerin lobt den guten Zusammenhalt in der Gruppe. „Und hier kann man alles fragen.“ Diese Beobachtung macht auch Helma Bitter immer wieder: „Die Teilnehmer nehmen das Angebot dankbar als Schutzraum an. Sie fühlen sich wie in einem kleinen Familienkreis gut aufgehoben.“

Die Gruppe nimmt mittags gemeinsam eine kleine Mahlzeit ein. Vorher und nachher können die vertrauten Handgriffe des Alltags trainiert werden: Gemüse schneiden, Teller auf den Tisch stellen, Besteck zurechtlegen, Tisch abräumen. Auch das schafft ein Gefühl der Geborgenheit.

Für Angehörige könne die Demenz-Betreuungsgruppe eine große Entlastung im Alltag sein, berichtet Helma Bitter. Die Forster Seniorenberatung bietet ihnen auch Beratung über weitergehende Hilfsangebote an. „Als niedrigschwelliges Angebot wollen wir die Familien von Beginn an unterstützen“, sagt Helma Bitter.

Für die Teilnahme an der Demenz-Betreuungsgruppe fallen 56 Euro je Termin an, Mahlzeit und Getränke sind darin enthalten. Verfügen die Teilnehmer bereits über einen Pflegegrad, können Kosten zum Beispiel über die Entlastungsleistungen, die die Pflegeversicherung vorsieht, mit der Pflegekasse abgerechnet werden, erläutert Helma Bitter.

Wer das Angebot der Forster Seniorenberatung kennenlernen möchte, kann auch einen Schnuppertag vereinbaren. Erreichbar ist das Begegnungszentrum, Am Kupferofen 19, unter Telefon 0241/575972.

www.forster-seniorenberatung.de

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